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© Symbolbild: dpa
10.09.2015

Ettlinger Seniorin mit Enkeltrick um 20.000 Euro betrogen

Ettlingen. Eine Trückbetrügerin hat sich am Mittwoch als Großnichte einer 79-Jährigen aus Ettlingen ausgegeben und die betagte Frau um ganze 20.000 Euro leichter gemacht. Die angebliche Verwandte täuschte am Telefon eine finanzielle Notsituation vor und nutzte die Gutmütigkeit der Seniorin schamlos aus.

Die Frau meldete sich gegen 13 Uhr telefonisch bei der 79-Jährigen und schilderte ihr ihre Notlage. Daraufhin hob die Angerufene bei ihrer Bank den Betrag ab und übergab das Geld gleich um 14.30 Uhr im Josef-Stöhrer Weg an eine angebliche Bekannte der Anruferin. Diese war etwa 20 bis 25 Jahre alt, etwa 160 Zentimeter groß mit dunklem Haar und Pferdeschwanz. Die junge Frau war von südosteuropäischer Erscheinung und sprach kaum Deutsch.

Sachdienliche Zeugenhinweise nimmt hierzu das Polizeirevier Ettlingen unter 07243/3200-0 entgegen.

Weitaus weniger erfolgreich war möglicherweise dieselbe Anruferin bei einer 84-Jährigen aus der Ettlinger Mozartstraße. Bei insgesamt drei Anrufen am Dienstag und Mittwoch hatte sich die Frau als Familienmitglied ausgegeben. Sie sei beim Rechtsanwalt und benötige dringend Geld für die Anzahlung einer kurz zuvor erworbenen Wohnung. Allerdings war diese Seniorin argwöhnisch geworden. Nachdem sie das letzte Gespräch beendet hatte, wandte sich die 84 Jahre alte Frau an die Polizei.

Nach den Erfahrungen der Polizei suchen sich die sogenannten Enkeltrick- oder Schockanrufer gezielt im Telefonbuch alt klingende Vornamen - hauptsächlich von Frauen - aus und telefonieren auf diese Weise quasi ganze Regionen ab. Mit weiteren Anrufen ähnlicher Art ist im gesamten südwestdeutschen Raum zu rechnen. Daher bittet das Polizeipräsidium Karlsruhe insbesondere ältere Frauen um besondere Wachsamkeit und Argwohn. Niemals sollte Bargeld an fremde Personen ausgehändigt werden. Hier hilft stets ein vorheriger Anruf bei der Polizei, um die Gefahr eines größeren Vermögensschadens zu vermeiden.