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Euphorie um Bud Spencer auf neuem Höhepunkt © dpa
03.07.2012

Euphorie um Bud Spencer auf neuem Höhepunkt

Anlässlich des 850. Stadtjubiläums stattet Kult-Schauspieler Bud Spencer Schwäbisch Gmünd erneut einen Besuch ab. Mit der Stauferstadt verbindet den Italo-Western-Star, der bürgerlich Carlo Pedersoli heißt, mittlerweile eine innige Beziehung. Dort wurde er nach einem Internethype letztlich Namenspate des örtlichen Schwimmbads. Auch in Pforzheim sorgte Bud Spencer bereits für einen gigantischen Massenauflauf.

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Begonnen hatte alles mit einer harmlosen Facebook-Abstimmung über die Benennung eines neu erbauten Tunnels in Schwäbisch Gmünd. Ein Vorschlag unter vielen anderen: „Bud-Spencer-Tunnel“. Die Netzgemeinde strickte daraus eine bundesweite Spaß-Guerilla-Aktion. Und so setzten sich Zehntausende Internetnutzer dafür ein, dass die Stadt den Tunnel nach dem Italiener benennt. Die zu diesem Zweck gegründete Facebook-Gruppe löste mit über 20.000 Mitgliedern zwar einen Begeisterungssturm im Netz aus – scheiterte jedoch an der Gmünder Kommunalpolitik.

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Trotz des deutlichen Siegs des „Bud-Spencer-Tunnels“ sah man sich an das Votum nicht gebunden, das schließlich nur ein Meinungsbild gewesen sei. Stattdessen wurde das Bauwerk in „Einhorn-Tunnel“ benannt – und Bud Spencer zum Namensgeber für das örtliche Schwimmbad.

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Der Hintergrund für dieses Patronat: 1951 trat Bud Spencer als italienischer Meisterschwimmer tatsächlich im Gmünder Freibad zu einem Wettkampf an. Nicht ohne Erfolg bewegte er sich im Wasser: Sogar zwei Olympia-Teilnahmen kann der Westernheld verbuchen. 60 Jahre später taufte Pedersoli dann „sein“ Schwimmbad im vergangenen Dezember persönlich und vor Ort in Schwäbisch Gmünd, was ihn nach eigenen Angaben tief berührte.

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In Erinnerung blieb auch sein Besuch wenige Tage später bei der Buchhandlung Thalia in Pforzheim. Bereits um sechs Uhr morgens, fünf Stunden vor der Ankunft Pedersolis, warteten damals die ersten Autogrammhungrigen – später reichte die Schlange bis zum Rathaus. Über 700 Fans des Haudrauf ließen sich Exemplare seiner Biografie signieren, hunderte weitere Anhänger mussten aus Zeitgründen mit leeren Händen und traurigen Gesichtern den Heimweg antreten.

Heute erweist Bud Spencer Schwäbisch Gmünd ein weiteres mal die Ehre. Dort liest er in der Stauferarena aus seiner Autobiografie, schreibt Autogramme und diskutiert mit seinen Fans aus der Region.

Bud Spencer verdankt seinen Vornamen der Biermarke Budweiser. «Als ich kurz vor dem Dreh zu meinem ersten Film stand, wollte ich einen anderen Namen tragen, als den des ehrenwerten Carlo Pedersoli, der als Sportler schon bekannt war», sagte Bud Spencer am Dienstag in Schwäbisch Gmünd. Beim Abendessen kurz vor Drehbeginn sei ihm dann die zündete Idee gekommen: «Vor mir stand beim Abendessen ein Bier, an dieses lehnte ich dann den Namen Bud an».

Den Nachnamen lieh er sich von Schauspieler Spencer Tracy, den er bewunderte. Ursprünglich habe er aber nie Schauspieler werden wollen. Er studierte Jura, war Leistungsschwimmer und spielte in der italienischen Wasserballnationalmannschaft.

Der 82 Jahre alte Italo-Western-Held kam anlässlich des 850. Stadtjubiläums nach Schwäbisch Gmünd zurück. Spencer wollte in der Stauferarena aus seiner Autobiografie lesen, Autogramme verteilen und mit Fans diskutieren. Zuletzt hatte Pedersoli im Dezember Schwäbisch Gmünd besucht, um das dortige Freibad auf seinen Namen zu taufen. In diesem war er vor etwa 60 Jahren als Leistungsschwimmer für die italienische Nationalmannschaft angetreten. dpa/dod