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Europaweit agierende Verbrecherbande festgenommen.
Europaweit agierende Verbrecherbande festgenommen. © Symbolbild: dpa
14.06.2013

Europaweit agierende Enkeltrick-Betrüger geschnappt

Heilbronn. Rund eine viertel Millionen Euro war das Resultat einer acht-monatigen skrupellosen Abzocke von Opfern in Deutschland durch eine polnische Verbrecherbande. Ein Mobiles Einsatzkommando der Regierungspräsidiums Karlsruhe konnte nach langen Ermittlungen am 6. Juni in Heilbronn zwei Geldabholer einer europaweit agierenden „Enkeltrickbande“ festnehmen.

Die Täter wurden gerade noch rechtzeitig auf frische Tat ertappt, als sie heimtückisch den Versuch unternahmen, einen 86-Jährigen um 30.0000 Euro zu erleichtern. Unter dem Vorwand, ein Neffe des Opfers befinde sich in einer Notlage, versuchten sie, den Mann zu ködern. Dass diese skrupellose Tat gerade noch rechtzeitig abgewandt werden konnte, hat die Polizei einem aufmerksamen Bankmitarbeiter zu verdanken, der misstrauisch wurde. Der Gruppe konnten seit November vergangen Jahres vier Taten mit einem Gesamtschaden von über 220.000 Euro nachgewiesen werden. Die Betrügerbande habe sich nach polizeilichen Angaben darauf spezialisiert, von Polen aus bei potenziellen deutschen Opern anzurufen, um sich als nahe Verwandte auszugeben und durch raffinierte Gesprächsführung eine Notlage vorzutäuschen, in denen sie größere Geldsumme benötigen.

Durch enge Zusammenarbeit konnte die Abteilung für Organisierte Kriminalität der Staatsanwaltschaft Stuttgart und die EG Cash Down des Dezernats Sonderfälle/Organisierte Kriminalität der Landespolizeidirektion Karlsruhe die 37 und 41-jährige Polen festnehmen.

Nach Angaben der Polizei wurden die beiden Täter von in Polen ansässigen Logistikern angeleitet, aus deutschen Telefonbüchern Opfer auszuwählen. Sie sollen sich hierbei an alten deutschen Vornamen orientiert haben.

Jetzt geht die Polizei davon aus, dass vermutlich die gleiche Täterbande für eine Enkeltricktat am 28. Mai 2013 einen Schaden in Höhe von 60.000 Schweizer Franken im Kanton Thurgau in der Schweiz verantwortlich gewesen sein könnte. Noch am selben Tag waren einem Autobahnpolizisten des Polizeireviers Walldorf zwei polnische Staatsangehörige aufgefallen. Als die Polizeibeamte bei den beiden Männern 60.000 Schweizer Franken entdeckten und diese widersprüchliche Aussagen machten, beschlagnahmten die Beamten das Geld. Durch Zusammenarbeit mit den Schweizer Behörden konnte das Geld der Straftat in Turgau zugeordnet werden.

Tipps der Kriminalpolizei:

Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass auch künftig mit solchen Betrugsversuchen zu rechnen ist. Sie rät deshalb:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.

  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache.

  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110.