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Evangelischer Pfarrer in Freiburg erstochen.
Evangelischer Pfarrer in Freiburg erstochen © dpa
25.06.2014

Evangelischer Pfarrer in Freiburg erstochen

Ein 30-jähriger Mann hat in Freiburg einen evangelischen Pfarrer erstochen. Zu der Bluttat kam es am Dienstagabend in einem Pfarrhaus in Freiburg-Herdern, wie eine Polizeisprecherin sagte. Der 55-jährige Geistliche wurde von dem mutmaßlichen Täter zu einem Gespräch aufgesucht.

Dabei kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Das Opfer sei mit einem Stich in die Brust getötet worden, sagte die Polizeisprecherin. Bei dem Opfer handelt es sich um den Superintendenten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Baden. Er war der leitende Geistliche des Kirchenkreises.

Der Tatverdächtige sei ein psychisch kranker Mann aus Freiburg, der in der Vergangenheit mehrfach zur Seelsorge zu dem Pfarrer gekommen sei, teilte die Polizei mit. Der 30-Jährige wurde eine halbe Stunde nach einem Anruf bei der Polizei festgenommen und in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. Die Kriminalpolizei hat eine 25-köpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet. Der Mann sollte am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.

Nähere Einzelheiten zu der Tat waren zunächst nicht bekannt. Pfarrer Christian Bereuther in Karlsruhe sagte, in der Gemeinde herrsche große Sprachlosigkeit. «Der Pfarrer war sehr beliebt.» Er hinterlasse drei erwachsene Kinder und eine Frau. Die Evangelische-Lutherische Kirche in Baden besteht nach eigenen Angaben aus 3200 Gläubigen. Sie ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine unabhängige und selbstständige Kirche im badischen Landesteil.

Der Evangelische Stadtdekan in Freiburg, Markus Engelhardt, sagte, durch diese Tat zeige sich, dass der Pfarrberuf mit allen Facetten des Menschlichen konfrontiert sei.