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Sie sind erst wenige Monate zusammen, als sie sich trennen - doch ein 54-Jähriger kann das Ende seiner Beziehung nicht akzeptieren. Er lauert der Ex-Freundin auf und zündet sie an. Für den Mord muss er lebenslang in Haft.
Mord © dpa
21.11.2014

Ex-Freundin angezündet - 54-Jähriger muss lebenslang ins Gefängnis

Sie musste sterben, weil sie sich von ihrem Freund getrennt hat: Da er seine ehemalige Lebensgefährtin mit Benzin übergossen und angezündet hat, muss ein 54-Jähriger lebenslang ins Gefängnis.

Das Landgericht Ulm verurteilte den Mann am Freitag wegen Mordes. Der Mann habe die Trennung nach wenigen Monaten Beziehung nicht akzeptieren können, sagte der Vorsitzende Richter. Daher habe er den Plan gefasst, seine Ex-Freundin zu töten.

Vermutlich unter einem Vorwand habe der Verurteilte die Frau im Februar in Göppingen zu seinem Auto gelockt, Benzin über sie gegossen und sie angezündet. Die 46-Jährige starb qualvoll - wegen massiver Hitze. «Wenn sie nicht zu ihm zurückkehrte, sollte sie auch keinem anderen Partner gehören», sagte der Richter. Der 54-Jährige habe nicht aus Eifersucht, sondern aus einem Machtanspruch heraus gehandelt. Bei ihm liege keine Persönlichkeitsstörung vor, er zeige aber narzisstische Züge. «Der Angeklagte will Macht über seine Partnerinnen», sagte der Richter. «Er kann das Ende einer Beziehung nicht ertragen.»

Schon zuvor hatte der 54-Jährige seiner Ex-Freundin nachgestellt. Einmal habe er sie in seine Gewalt gebracht und mit einem Messer bedroht, sagte der Richter. An ein anschließendes Kontaktverbot habe er sich nicht gehalten. Im Februar fuhr er dann mit dem Auto zum Haus seiner früheren Partnerin. Im Wagen: Ein Kanister und zwei Weinflaschen mit Benzin. «Er wollte seine Ex-Freundin verbrennen», sagte der Richter.

Nach der Tat tauchte der 54-Jährige unter, wurde drei Tage später aber von der Polizei festgenommen. Am Tatort hatten die Beamten seine DNA auf dem Auto und den Flaschen gefunden, zudem hatte er Brandverletzungen an der Hand, versengte Haare und Augenbrauen.

Die Obduktion der Leiche habe ergeben, dass die 46-Jährige nach dem Anzünden nur noch wenige Atemzüge habe machen können. «Es ging schnell», sagte der Richter. Die Frau habe, kurz bevor sie aus dem Haus ging, über ihr Handy noch eine Nachricht an einen Bekannten geschickt. Wenige Zeit später meldete ein Anwohner per Notruf ein brennendes Auto und eine Gestalt in Flammen.