nach oben
Leon Hahn war bis Juni 2018 Landeschef der Jusos. Foto: dpa-Archiv
Leon Hahn war bis Juni 2018 Landeschef der Jusos. Foto: dpa-Archiv
09.01.2019

Ex-Juso-Chef entschuldigt sich für laxen Umgang mit Daten

Stuttgart. Die Datenschutzverstöße innerhalb der Südwest-SPD könnten eine politische Dimension haben. Mitglieder der SPD-Nachwuchsorganisation Jusos stehen im Verdacht, vor dem Parteitag im Herbst Delegiertenlisten mit Mitgliederdaten unberechtigt an Dritte innerhalb der Partei gegeben zu haben. Bei dem Parteitag gab es eine Kampfabstimmung zwischen SPD-Fraktionschef Andreas Stoch und dem Bundestagsabgeordneten Lars Castellucci um den Landesvorsitz.

Es wird vermutet, dass mit einer gezielten Ansprache von Mitgliedern versucht werden sollte, das Abstimmungsergebnis zu beeinflussen. Stoch hatte nur knapp gegen Castellucci gewonnen. Er ist Nachfolger von Leni Breymaier, die nach einem knapp gewonnenen Mitgliederentscheid nicht wieder angetreten war.

Der frühere Juso-Landeschef Leon Hahn räumte gestern Fehler ein. „Unter anderem geht es um Übersichtslisten von Delegierten und Mitgliedern, an deren Erstellung ich beteiligt war. Die Tragweite dieser Listen habe ich völlig falsch eingeschätzt“, sagte er. „Dafür entschuldige ich mich ausdrücklich.“ Er habe selbst Kontakt zu Landesdatenschützer Stefan Brink aufgenommen und wolle helfen, den Sachverhalt vollständig aufzuklären. Konkret zum Vorwurf der Einflussnahme auf Delegierte des Landesparteitages im Herbst mit der brisanten Vorstandswahl äußerte sich Hahn nicht.

Die SPD hatte die internen Datenschutzverstöße kurz vor Weihnachten öffentlich gemacht. Die Vorwürfe werden sowohl parteiintern als auch von Brink durchleuchtet. Brink sagte, er wolle die Untersuchung der Vorgänge bis Ende Januar abschließen.