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Ex-Kultusminister und SPD-Fraktionschef Andreas Stoch. Foto: dpa-Archiv
Ex-Kultusminister und SPD-Fraktionschef Andreas Stoch. Foto: dpa-Archiv
26.07.2017

Ex-Kultusminister Stoch kritisiert die Entlassung Tausender Lehrer zum Sommer

Mehr als 1,5 Millionen Schüler in Baden-Württemberg haben ihre Zeugnisse bekommen und sind in die Ferien gestartet. Für einige der rund 120.000 Lehrer bedeutet dies Arbeitslosigkeit.

Die Diskussion über Junglehrer, die im Sommer entlassen werden, beginnt jedes Jahr aufs Neue. Der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zufolge werden mit Beginn der Sommerferien rund 9000 Lehrer ohne Job sein. Dazu zählten rund 4000 befristete Verträge von Vertretungslehrern sowie 5000 Referendare, die im Herbst wieder eingestellt werden.

Der SPD-Fraktionschef im Landtag, Andreas Stoch, pocht auf eine Weiterbeschäftigung von befristet angestellten Lehrern in den Ferien. Er kritisierte gestern im Radioprogramm SWR Aktuell die Praxis, einen Teil der Lehrer während der Sommerferien zu entlassen, um sie danach wieder einzustellen. Das gab es zwar auch in seiner Amtszeit als Kultusminister. Die finanzielle Situation des Landeshaushalts sei aber „nicht so rosig“ gewesen, wie sie es heute sei, meinte Stoch.

Zur heutigen Situation sagte der Ex-Kultusminister: „Auf der einen Seite beklagt das Land den Lehrermangel und die Schwierigkeit, Lehrkräfte zu bekommen, auf der anderen Seite hat das Land fünf Milliarden in der Rücklage.“ Nach Angaben von Stoch kostet die Weiterbezahlung der befristet beschäftigten Lehrkräfte rund fünf bis zehn Millionen Euro. „Da ist es eben dann auch eine Frage, ob ich das politisch will.“ Offenbar beiße die CDU-Kultusministerin bei der grünen Finanzministerin auf Granit. „Ich halte das gerade für einen Fehler in einer Situation, in der wir dringend jede Lehrkraft brauchen, um Unterrichtsausfall zu vermeiden“, sagte Stoch.

Das Kultusministerium spricht von rund 20 Millionen Euro Kosten – „eine Summe, die auch schon die Vorgängerregierung davon abgehalten hat, diese Forderung umzusetzen“, sagte Ministerin Susanne Eisenmann (CDU).