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Zwei frühere Manager der damaligen LBBW Immobilien GmbH müssen sich von Dienstag an einem Gericht verantworten. Grund: Sie sollen mit einem riskanten Immobilienprojekt in Rumänien einen Millionenschaden zugefügt haben.
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20.09.2014

Ex-LBBW-Manager wegen Verdachts der Untreue vor Gericht

Stuttgart. Wegen des Verdachts der Untreue müssen sich von Dienstag (23. September) an zwei frühere Manager der damaligen LBBW Immobilien GmbH vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, der früheren LBBW-Immobilien-Tochter mit einem riskanten Immobilienprojekt in Rumänien einen Schaden von mindestens 21 Millionen Euro zugefügt oder mindestens billigend in Kauf genommen zu haben. Das gescheiterte Immobilienprojekt hat laut Staatsanwaltschaft bei der LBBW Immobilien Gruppe zu einem Verlust in zweistelliger Millionenhöhe geführt. Die LBBW wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Verfahren äußern.

Die heute 56 und 33 Jahre alten Angeklagten sollen laut Staatsanwaltschaft im Dezember 2007 grünes Licht für Investitionen in ein 132 Millionen Euro schweres Immobilienprojekt in Rumänien gegeben haben. Dabei hätten sie gewusst, dass die Informations- und Kalkulationsgrundlagen nicht den Mindestanforderungen an ein solches Geschäft entsprachen. So habe noch gar nicht festgestanden, ob überhaupt eine baurechtliche Genehmigung erteilt werden könne. Zwar sicherten sich die Angeklagten durch ein Rücktrittsrecht ab und eine Klausel, wonach sie einen Teil des Kaufpreises einbehalten könnten. Zusagen für eine Fremdfinanzierung durch rumänische Banken hätten jedoch noch gefehlt.

Auch hätten die Angeklagten weder Informationen zum Wert des ehemaligen Fabrikgeländes eingeholt, noch geklärt, ob auf dem Baugrund möglicherweise Altlasten lagerten. Die Ansprüche ehemals zwangsenteigneter Immobilieneigentümer sollten laut Staatsanwaltschaft erst zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden. Für die Annahme, in einer mittelgroßen Stadt in Rumänien könnten 1300 Wohnungen für hohe Preise verkauft werden, habe eine tragfähige Grundlage gefehlt.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich vier ehemalige Manager angeklagt. Zwei Manager waren nach Überzeugung der Richter aber nur in einem sehr frühen Stadium beteiligt.

Die damalige LBBW Immobilien GmbH war 2007 aus der früherem Landesentwicklungsgesellschaft LEG Baden-Württemberg hervorgegangen. 2011 wurde das Unternehmen in die Geschäftsbereiche Wohn- und Gewerbeimmobilien aufgeteilt. Die Wohnimmobilien wurden an ein Konsortium institutioneller Investoren unter Führung der Patrizia AG verkauft und firmieren heute unter dem Namen Südewo.

Die Landesbank Baden-Württemberg hatte im Zuge der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 Milliardenverluste eingefahren. Die Bank musste einen tiefen Umbau einleiten, Stellen streichen und war von ihren Eignern - Land, Sparkassen und der Stadt Stuttgart - mit Milliarden gestützt worden. Ein Verfahren gegen den noch amtierenden Vorstandsvize Michael Horn und andere ehemalige Vorstände war wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung in diesem Jahr gegen Geldauflagen eingestellt worden.