nach oben
21 Millionen Euro sollen zwei Ex-LBBW-Manager bei Immobiliengeschäften veruntreut haben. Heute hat der Prozess begonnen.
21 Millionen Euro sollen zwei Ex-LBBW-Manager bei Immobiliengeschäften veruntreut haben. Heute hat der Prozess begonnen.
23.09.2014

Ex-LBBW-Manager weist Untreue-Vorwürfe vor Gericht zurück

Stuttgart (dpa/lsw) - Ihnen drohen bis zu zehn Jahren Haft: Wegen des Verdachts der Untreue müssen sich seit Dienstag zwei ehemalige Manager der damaligen LBBW Immobilien GmbH vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im Jahr 2007 bei einem riskanten Immobilien-Geschäft in Rumänien der früheren LBBW-Immobilien-Tochter einen Schaden von 27 Millionen Euro zugefügt zu haben.

Einer der beiden Angeklagten wies den Vorwurf der Staatsanwaltschaft beim ersten Verhandlungstag zurück. Der 56-Jährige warf der Staatsanwaltschaft sogar vor, Unterlagen zu seiner Verteidigung vorzuenthalten, darunter Aktenordner zu dem entsprechenden Immobilienprojekt. Darüber hinaus seien der Aufsichtsrat, der Gesellschafterausschuss und die LBBW-Spitze «stets, umfassend und zeitgerecht über wesentliche Vorgänge bei der LBBW-Immobilien GmbH informiert gewesen», wie der frühere Geschäftsführer betonte. Sein Anwalt kündigte an, auf Freispruch zu plädieren. Der zweite Angeklagte, ein ehemaliger Projektleiter, äußerte sich zunächst nicht.

Die Staatsanwaltschaft ist der Ansicht, dass die beiden Männer bei dem Immobilienprojekt teilweise «grob pflichtwidrig» gehandelt hätten und trotz einer «mangelhaften und teilweise falschen Informations- und Kalkulationsgrundlage» das Projekt vorangetrieben hätten, wie Staatsanwalt Thomas Böttger sagte.

Er warf den Angeklagten unter anderem vor, kein Gutachten für den Wert des Grundstückes eingeholt zu haben. Da kein Bebauungsplan vorgelegen habe, sei nicht klar gewesen, ob das Projekt überhaupt umgesetzt werden könne. Zudem sei nicht ermittelt worden, ob es Ansprüche früherer Eigentümer wegen Zwangsenteignungen gegeben habe. Dem Gesellschafterausschuss, der das Projekt absegnen musste, sei eine «schön gefärbte» Darstellung präsentiert worden. Staatsanwalt Böttger sprach von einer «hohen Wahrscheinlichkeit des Scheiterns» des Projektes.

Bei dem insgesamt rund 132 Millionen Euro schweren Immobilien-Projekt in der rumänischen Stadt Cluj (Klausenburg) sollten 1300 hochwertige Wohnungen entstehen. Das Projekt wurde niemals umgesetzt.