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25.08.2017

Experten berichteten in Aufsatz über Risiken des Rastatter Tunnelbaus

Rastatt/Stuttgart. Über Risiken des Tunnelbaus der Bahn in Rastatt mit einem Eisring haben Experten nach einem Bericht von «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» (Samstag) im «Jahrbuch Tunnelbau» berichtet. Demnach sei das gewählte Verfahren ein Novum im maschinellen Tunnelbau, Erfahrungen dazu gebe es nicht.

Es bestehe das Risiko von Setzungen an der Oberfläche. Allerdings seien die Autoren zu dem Schluss gekommen, dass die vorhandenen Randbedingungen sicher und zuverlässig beherrscht werden könnten, hieß es in dem 2016 verfassten Beitrag.

Die Deutsche Bahn verwies am Freitag darauf, dass das Bauverfahren von der ARGE Tunnel Rastatt vorgeschlagen und in einem aufwendigen und umfänglichen Planungsprozess, auch unter Abwägung von Alternativverfahren, erarbeitet und von Bauexperten und Gutachtern als geeignet erklärt worden sei. «Sowohl der Schildvortrieb als auch das Verfahren der Bodenvereisung sind erprobte Verfahren», teilte eine DB-Sprecherin mit. «Es gab für uns keinen Grund an dem durch Gutachter und Fachexperten zur Stabilisierung des Bereiches angewandten Vereisungsverfahren zu zweifeln.» Zusätzliche Sicherungsmaßnahmen des Gleisbetts seien daher nicht als notwendig erachtet worden.

Der Bauingenieur Wolfgang Orth, der am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) lehrt, hatte die Bodenvereisung bereits am Freitag in der «Rhein-Neckar-Zeitung» als ebenfalls gut erprobt beschrieben. «Das Verfahren ist überhaupt nicht ungewöhnlich», sagte er. Es werde heutzutage relativ häufig verwendet. Außerdem sei in Rastatt nicht der vereiste Teil des Tunnels eingestürzt.

Am 12. August waren in den nur knapp fünf Meter unter den Gleisen durchführenden Tunnel der Neubaustrecke zwischen Karlsruhe und Basel Wasser und Erdreich eingedrungen. Die Schienen sackten ab, der Verkehr wurde unterbrochen. Die Bahn plant, ab 7. Oktober wieder Züge über die Hauptachse des Nord-Süd-Verkehrs rollen zu lassen.