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Nach dem Handgranatenwurf auf das Gelände einer Flüchtlingsunterkunft in Villingen-Schwenningen ist noch viel ungeklärt. Die Granate wird nun im Labor untersucht. Zeugen der Tat gibt es nicht. © dpa
02.02.2016

Experten untersuchen Handgranate nach Attacke auf Flüchtlingsheim

Villingen-Schwenningen (dpa/lsw) - Nach dem Handgranatenanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Villingen-Schwenningen untersuchen Spezialisten den Sprengkörper auf Spuren. Sie erhoffen sich Hinweise auf Bauart und Herkunft der Granate, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz am Dienstag. Diese Arbeiten seien schwierig und zeitaufwendig, da die Granate zur Entschärfung kontrolliert gesprengt worden war und so in kleinste Stücke zerbarst. Die Rekonstruktion sei nun Millimeterarbeit. Unbekannte hatten am Freitag eine scharfe Handgranate auf das Gelände des Flüchtlingsheims geworden. Sie explodierte jedoch nicht. Es wurde niemand verletzt.

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Weiter unklar seien Täter und Motiv, sagte der Sprecher. Konkrete Hinweise darauf gebe es nicht. Zudem sei weiter unklar, ob der Anschlag Flüchtlingen oder dem in der Unterkunft eingesetzten Sicherheitsdienst galt. Die Granate war in der Nacht zum Freitag an einen Container, in dem sich drei Wachleute aufhielten, geprallt und auf der Straße gelandet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft und des Landeskriminalamtes war sie mit Sprengstoff gefüllt.

Die Polizei rief dazu auf, sich mit Hinweisen zu melden. Die Tat sei am Ort des Geschehens von den Beamten der eingerichteten Sonderkommission «Container» nachgestellt worden, um die Abläufe ermitteln zu können. Offen sei etwa die Frage, von wo aus geworfen wurde. Augenzeugen hätten sich bislang nicht gemeldet.

Ein Sprecher des Regierungspräsidiums sagte, die Sicherheitsmaßnahmen am und rund um die vom Land betriebene Flüchtlingsunterkunft seien nach dem Anschlag noch einmal verschärft worden. Auch die Polizei fahre verstärkt Streife in dem Gebiet. Die 104 Flüchtlinge, die derzeit in der Einrichtung leben, würden betreut. Trotz des Anschlags seien die meisten Bewohner ruhig und gefasst. Geprüft werde nun, ob eine Videoüberwachung rund um die Gebäude Sinn mache.