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19.08.2009

Explosionen erschüttern die Menschen

VIERNHEIM/WEINHEIM. Eine kräftige Explosion, gefolgt von mehreren kleineren kurz hintereinander: Eine ganze Serie von Detonationen reißt die Menschen in dem beschaulichen Wohngebiet im südhessischen Viernheim am Mittwochmorgen gegen 6 Uhr aus dem Schlaf. Im acht Kilometer entfernten Weinheim war nur eine knappe Stunde davor eine Granate an einem Haus explodiert, es soll ein Zusammenhang zwischen den beiden Explosionen bestehen.

Ein zunächst unbekannter Mann hat mehrere Sprengsätze an einem Einfamilienhaus gezündet und sich anschließend in einer etwa 100 Meter entfernten Wohnung verschanzt.

Das Ehepaar in dem Haus wird von umherfliegenden Glassplittern verletzt, ihre neun und sieben Jahre alten Kinder erleiden einen Schock. „Es hat geknallt wie aus einem Maschinengewehr“, sagt Nachbarin Inge Jöst (62). Was der Mann, der eine Gasmaske und einen Tarnanzug trug, im Schilde führte, ist zunächst völlig unklar.

Es soll aber einen direkten Zusammenhang zu einer Explosion im etwa acht Kilometer entfernten Weinheim in Baden-Württemberg geben, wo nur eine knappe Stunde zuvor eine kleinere Granate an einem Haus explodiert war. Verletzt wurde dort niemand, der Täter soll die Polizei selbst am Telefon über die Explosion und eine zerborstene Scheibe informiert haben. „Schon kurz nach den Schüssen waren die ersten Einsatzkräfte da“, berichten Nachbarn. Die Polizei vermutet, dass der Mann noch weitere Sprengsätze bei sich hat. Sie räumt die umliegenden Häuser und sperrt den Bereich weiträumig ab. „Wir gehen äußerst vorsichtig vor“, erklärt Polizeisprecher Ferdinand Derigs. Die Sicherheitszone wird mehrmals erweitert, die Nachbarn gebeten, weiter zurückzuweichen. Immer mehr Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz treffen ein. Ein Spezialeinsatzkommando postiert sich vor der Tür des mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshauses, in dem sich der Täter aufhält. dpa