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Ein Wanderer steht am im Nordschwarzwald beim Ruhestein am Aussichtspunkt Wildseeblick. Die baden-württembergische grün-rote Landesregierung möchte Gegner und Befürworter des Projekts Nationalpark Nordschwarzwald in Arbeitskreisen diskutieren lassen.
Ein Wanderer steht am im Nordschwarzwald beim Ruhestein am Aussichtspunkt Wildseeblick. Die baden-württembergische grün-rote Landesregierung möchte Gegner und Befürworter des Projekts Nationalpark Nordschwarzwald in Arbeitskreisen diskutieren lassen. © dpa
19.07.2012

FDP sieht keine Begeisterung für Nationalpark Nordschwarzwald

Die FDP hat große Zweifel, dass die Menschen im Nordschwarzwald einen Nationalpark wollen. «Ich höre keine Begeisterung», sagte der FDP-Abgeordnete Friedrich Bullinger am Donnerstag im Stuttgarter Landtag. Nach seinem Eindruck lehnten vier von fünf Bürgern den Nationalpark ab. Grün-Rot dagegen spricht von einem transparenten Projekt, das die Menschen mitentwickeln könnten.

Bullinger warnte die grün-rote Landesregierung, den Menschen gegen ihren Willen eine «Käseglocke» überzustülpen. Die Entscheidung müsse vor Ort fallen und «nicht in der Hinterstube vom NABU». Die Liberalen monieren, dass die zusammenhängende Fläche nicht groß genug sei. Der Minister für den ländlichen Raum, Alexander Bonde (Grüne), erklärte, dass es klar sei, dass die Region das Projekt mitentwickeln könne. Anfang 2013 werde das Gutachten der Beratungsfirmen PricewaterhouseCoopers (Frankfurt) und Ö:Konzept (Freiburg) vorliegen. Dann könnten örtliche Bürger und Politiker das Gutachten mitdiskutieren und auswerten.

Das Gutachten soll unter anderem mehr als 1500 Bürgerfragen beantworten. Für die SPD sagte Thomas Reusch-Frey, es gebe kein Projekt, bei dem es mehr Transparenz gebe. «Mehr geht nicht.»

Die Auswirkungen auf Tourismus und Waldwirtschaft sind umstritten. Nach den grün-roten Plänen soll das Projekt auf einer Fläche von etwa 10.000 Hektar im Bereich zwischen Kaltenbronn und Ruhestein entstehen. Es würde damit zwei Prozent des bereits bestehenden Naturparks betreffen. Dort soll die Natur im Lauf der nächsten 30 Jahre auf 10.000 Hektar - also zehn mal zehn Kilometern - sich selbst überlassen werden. dpa