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Ein weiteres Rätsel der tödlichen Verfolgungsjagd auf der B27 ist gelöst: Die Polizei konnte die Identität des Fahrers klären. Unterdessen gibt es aber auch Kritik am Vorgehen der Beamten. © dpa
23.03.2016

Fahrer-Identität nach Verfolgungsjagd geklärt - Kritik an Polizei

Filderstadt. Nach der Verfolgungsjagd auf der B27 nahe des Stuttgarter Flughafens mit drei Toten ist die Identität des Fahrers geklärt. Es handelt sich um einen 24-Jährigen, der wegen schweren Raubes per Haftbefehl gesucht wurde, wie Staatsanwaltschaft Stuttgart und Polizei Reutlingen am Mittwoch mitteilten. Der Mann habe keinen festen Wohnsitz gehabt. Die Ermittler vermuten außerdem, dass die bei ihm gefunden Ausweisdokumente und der Führerschein gefälscht sind.

Die Identität der beiden anderen Todesopfer stand bereits am Dienstag fest. Bei ihnen handelt es sich um eine 23 Jahre alte Frau und einen 26-jähriger Mann aus dem Raum Villingen-Schwenningen (Kreis Schwarzwald-Baar-Kreis), die wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz bereits polizeibekannt waren. In dem völlig zerstörten Unfallwagen konnten jedoch keine Drogen gefunden werden.

Die drei waren in der Nacht zum Dienstag in der Nähe des Stuttgarter Flughafens auf der Autobahn 8 mit ihrem Mietwagen in eine Geschwindigkeitskontrolle geraten. Als die Polizei den Wagen stoppen wollte, raste das Auto davon und krachte auf der Bundesstraße 27 bei Filderstadt mit mehr als 100 Stundenkilometern in zwei geparkte Lastwagen.

Unterdessen wurde auch Kritik an der Arbeit der Polizisten laut: Dass eine solche Kontrollaktion mit nur zwei Mann bestritten werde, sei «nicht die Regel - und auch nicht optimal», zitierte die «Stuttgarter Zeitung» am Mittwoch Polizeikreise. Üblicherweise würden fünf Beamte eingesetzt - einer für die Lasermessung, einer für die Dokumentation, eine Streife, die den Verkehrssünder kontrollieren sollte, und ein Verfolger bei einer möglichen Flucht.

Die Polizei wies die Vorwürfe am Mittwoch zurück. Fünf Beamte seien nicht der Regelfall», sagte ein Sprecher. «Es ist nicht unüblich, dass man eine Kontrolle in dieser Art durchführt, wenn es die Straßen- und Verkehrsverhältnisse zulassen und man die Möglichkeit hat, ein Fahrzeug bei nächster Gelegenheit zu stoppen.» Bei der Verfolgungsjagd in der Nacht zum Dienstag habe eine Gefährdung «absolut nicht im Raum gestanden», sagte der Sprecher.