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Die Eltern von Charlie Gard, Connie Yates (2.v.r) und Chris Gard (2.v.l), sitzen am 09.07.2017 in London (Großbritannien) und unterhalten sich mit Journalisten, bevor sie eine Petition mit 350000 Unterschriften an das Great Ormond Street Hospital überreichen.
Die Eltern von Charlie Gard, Connie Yates (2.v.r) und Chris Gard (2.v.l), sitzen am 09.07.2017 in London (Großbritannien) und unterhalten sich mit Journalisten, bevor sie eine Petition mit 350000 Unterschriften an das Great Ormond Street Hospital überreichen. © dpa
21.07.2017

Fall Baby Charlie: Entscheidung für nächste Woche erwartet

London. Im Fall des schwerkranken britischen Babys Charlie könnte Medienberichten zufolge am kommenden Dienstag eine Entscheidung getroffen werden. Ein Richter am Londoner High Court muss darüber befinden, ob Charlie für eine experimentelle Therapie in die USA gebracht werden darf. Er benötige dafür «neue Erkenntnisse», sagte der Richter am Freitag.

Zuvor hatten Gerichte durch alle Instanzen hindurch entschieden, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen für den elf Monate alten Jungen eingestellt werden sollen. Die Anhörung soll am Montag wieder aufgenommen werden.

Charlies Eltern wollen den Jungen für eine experimentelle Therapie in die USA bringen. Michio Hirano, ein Professor für Neurologie an der Columbia University in New York, schätzt die Chancen, dass sich Charlies Zustand mit einer experimentellen Therapie verbessert, auf zehn Prozent.

Hirano hatte Charlie am Montag und Dienstag untersucht und Gespräche mit Medizinern am Great-Ormond-Street-Krankenhaus geführt, wo Charlie behandelt wird. Das bestätigte die Klinik auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen übers Wochenende ausgewertet werden, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.

Charlie leidet an einer seltenen genetischen Erkrankung, in der Fachsprache mitochondriales DNA-Depletionssyndrom (MDDS), wobei insbesondere das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen wird. Er muss künstlich beatmet und ernährt werden.