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19.05.2010

Familie von Maria B. wendet sich im TV an Entführer

HEIDENHEIM. Tagelang blieb die Fahndung unergiebig. Im Fall der entführten Heidenheimer Bankiersfrau richten sich die Hoffnungen nun auf neue Hinweise durch „Aktenzeichen XY ungelöst“. Heute Abend will sich der Ehemann des Opfers gemeinsam mit seinen beiden Kindern im Fernsehen direkt an die Täter wenden - und: darum bitten, ihre Frau und Mutter zurück zu bekommen. Wie eine Internetplattform berichtet, sollen es bewegende Szenen sein, die am Abend in der ZDF-Sendung ausgestrahlt werden.

Bildergalerie: Bankiersfrau entführt

In dem immer mysteriöser scheinenden Fall hatten am Dienstag auch neue Spuren nicht weitergeholfen: Das Blut, das Spürhunde im Wald entdeckt hatten, stammte nicht von einem Menschen, sondern von einem Rehbock, den ein Jäger geschossen hatte. Außerdem meldete sich der gesuchte Hausierer, der am Tag der Entführung in der Nähe des Wohnorts der Frau Blindenwaren verkauft hatte. Er und auch seine drei Kollegen konnten aber nichts zur Aufklärung des Falles beitragen. „Es war ein Schlag ins Leere“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Ermittler weiteten ihre Suche nach Maria B. am Dienstag auf weitere Waldgebiete aus. Im Einsatz waren etwa 100 Beamte und ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera. Zudem wurden Lauben und Hütten in der Nähe des Ortes der misslungen Geldübergabe durchsucht. Es werde nun auch punktuell dort gesucht, wo man jemanden gefangen halten könnte, sagte der Sprecher. Das gelte auch für die nächsten Tage. In einem Steinbruch deponierte Wagen-Ladungen mit Erde wurden nach einem Hinweis abgetragen. Erneut hieß es auch hier: Fehlanzeige.

Die Belohnung für Hinweise zur Aufklärung des Falls wurde inzwischen auf 100000 Euro verdoppelt. Die eine Hälfte lobte der Ehemann der Entführten privat aus. Die andere die Sparkasse Heidenheim, deren Vorstand er ist.
Binnen einer Woche sind bei der Polizei rund 630 Hinweise eingegangen, die von 80 Beamten der „Soko Flagge“ bearbeitet werden. Seit Sonntagnachmittag hat die Polizei zudem ein sogenanntes „vertrauliches Telefon“ eingerichtet, über das bislang 30 anonyme Hinweise eingingen.