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Familiendrama auf der A8 © dpa
Polizei © Symbolbild dpa
20.10.2014

Familiendrama auf der A8: Elfjährige getötet, Bruder schwer verletzt

Eine 36-Jährige aus Baden-Württemberg steht im dringenden Verdacht, nahe einer Autobahn ihre Tochter getötet und ihren Sohn schwer verletzt zu haben. Ein Autofahrer hatte die Frau am späten Sonntagabend blutverschmiert und mit einem Messer in der Hand in einem Baustellenbereich entdeckt, wenig später fand die Polizei die Leiche des elfjährigen Mädchens und den schwer verletzten Zweijährigen in ihrem Wagen.

Der Fall wirft viele Fragen auf: Das mögliche Motiv der Mutter sei noch nicht bekannt, sie habe kein Geständnis abgelegt, teilte die Polizei in Ulm am Montag mit.

Unklar war zunächst auch, wie und wann die Elfjährige zu Tode kam und warum die Frau mit ihren Kindern auf einem Feldweg nahe der Autobahn 8 unterwegs war. Die Frau sei nach ärztlicher Untersuchung in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Über ihren Zustand wollte er sich nicht äußern: Ob die 36-Jährige tatsächlich psychisch krank ist, lasse sich noch nicht sagen. In die Klinik sei sie wegen der «extremen Situation» gekommen. Auch zum Vater der Kinder machten die Beamten keine Angaben.

Nachdem der Autofahrer die 36-Jährige auf Höhe Nellingen-Aichen entdeckt hatte, alarmierte er die Polizei. Nach einem Hinweis der Frau fanden die Beamten deren Kinder in dem Wagen, der in einer Unterführung unter der Autobahn stand. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Mädchens feststellen. Der zweijährige Junge wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Dem Autofahrer hatte die Frau nach Polizeiangaben gesagt, sie habe ihre Kinder verletzt. Die Beamten gehen davon aus, dass die 36-Jährige auch sich selbst verwundet hat. Es seien aber keine schweren Verletzungen, sagte der Sprecher. Weitere Details - etwa zum Wohnort der Frau oder zur Tatzeit - nannten die Beamten nicht.

Am Montag wurden noch «umfangreich» Spuren gesichert, wie der Sprecher sagte. Zudem müssten auch die 36-Jährige und ihr Umfeld weiter befragt werden. Zu der Frage, ob und wann die Leiche der Elfjährigen obduziert wird, machte er keine Angaben.

Die Polizei sperrte die Autobahn in Richtung München in der Nacht vollständig, gab sie im Laufe des Montags aber wieder frei. Am Fundort des Autos wies am Nachmittag kaum noch etwas auf die Tat vom Vorabend hin: Ein zerrissenes Absperrband der Polizei kennzeichnete die Unterführung, in der der Wagen stand, auf dem nicht asphaltierten Feldweg waren zudem grüne Markierungen der Spurensicherung zu sehen.