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17.01.2015

Fast 12 000 Menschen demonstrieren gegen Anti-Islam-Bewegung

Fast 12 000 Menschen sind in Mannheim gegen Intoleranz, Hass und Fremdenfeindlichkeit auf die Straße gegangen. Ein langer Demonstrationszug mit Trommlern zog am Samstag vom Schloss aus durch die Innenstadt, ganz vorn dabei Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD).

Die Polizei zählte 11 500 Teilnehmer, weit mehr als erwartet wurden. Viele Menschen sprachen sich auf ihren Plakaten für Vielfalt und gegen die Anti-Islam-Bewegung Pegida aus. Seifenblasen flogen durch die Luft.

«Flüchtlinge werden nicht als solche geboren», sagte Mitinitiator und Grünen-Stadtrat Gerhard Fontagnier bei der Abschlusskundgebung. «Es ist ein Akt der Humanität, ihnen zu helfen und ihnen mit Respekt zu begegnen. Und dafür gibt es keine Ausrede.» Die Polizei sprach von einer friedlichen Demonstration.

Die Initiatoren rechneten zuletzt mit rund 4000 Demonstranten, auf Facebook hatten gut 8000 Menschen ihr Kommen zugesagt. Zahlreiche Teilnehmer hielten Schilder in die Luft mit Aufschriften wie «Für eine Willkommenskultur», «Vielfalt statt Einfalt» oder «Liebe Asylanten, bitte lasst uns mit den Pegida-Deutschen nicht allein». Einige riefen immer wieder: «Für ein buntes Deutschland.»

Mannheims OB Kurz sagte: «Wir wenden uns nicht gegen Menschen, wir wenden uns gegen Menschenfeindlichkeit.» Politische Auseinandersetzungen dürften nicht auf dem Rücken von Notleidenden ausgetragen werden. «Der heutige Tag ist eine Kampfansage an Hass, Angst und Gewalt. Wir lassen unsere Demokratie nicht im Stich. Wir lassen uns nicht aufhetzen und wir lassen uns nicht spalten.» Er warnte, die Teilnehmer der islamfeindlichen Pegida-Bewegung machten Rechtsextreme gesellschaftsfähig.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dankte den Teilnehmern über eine Grußbotschaft für ihre Teilnahme. Sie zeigten, dass Baden-Württemberg und gerade Mannheim für Vielfalt, Toleranz und Offenheit stehe.

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