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Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül hat den baden-württembergischen Wirtschaft- und Finanzminister Nils Schmid (SPD, von rechts) in Ankara empfangen. Gül hat sich bei einem Treffen mit Schmid über die Ermittlungen zu einem Großbrand mit acht Toten im baden-württembergischen Backnang informiert.
Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül hat den baden-württembergischen Wirtschaft- und Finanzminister Nils Schmid (SPD, von rechts) in Ankara empfangen. Gül hat sich bei einem Treffen mit Schmid über die Ermittlungen zu einem Großbrand mit acht Toten im baden-württembergischen Backnang informiert. © dpa
25.03.2013

Finanzminister Nils Schmid trifft türkischen Staatspräsident Abdullah Gül

Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül hat sich beim Treffen mit Vizeregierungschef Nils Schmid (SPD) über die Ermittlungen zum Großbrand mit acht Toten in Backnang informiert. «Ich habe ihm erläutert, dass wir alles dran setzen werden, dass die Sicherheit unserer Staatsbürger, gerade der türkischen, gewährleistet wird», sagte Schmid am Montag nach einem Gespräch mit Gül in Ankara. Der Präsident sei sehr dankbar über den sensiblen Umgang mit dem Brandfall in Baden-Württemberg gewesen.

Der Präsident habe begrüßt, dass auch Schweizer Experten bei den Ermittlungen zur Brandursache hinzugezogen wurden. Bei einem Brand in Backnang nahe Stuttgart waren vor zwei Wochen eine türkischstämmige Mutter mit sieben ihrer zehn Kinder ums Leben gekommen. Der Staatspräsident bedankte sich bei Schmid persönlich für seine Teilnahme an der Trauerfeier für die Brandopfer.

Für die Brandkatastrophe interessierten sich auch türkische Journalisten, die von einer andauernden Diskussion über den Fall in der Türkei berichteten. Bei einem Treffen in der Deutschen Botschaft in Ankara fragten sie Schmid nach der Ursache des Feuers. «Die Ermittlungen dauern an, in alle Richtungen», sagte Schmid und betonte, dass im Moment eine technische Ursache im Fokus der Untersuchungen sei.

Am Vormittag war Schmid zudem bei verschiedenen türkischen Ministern, unter anderem bei seinem Amtskollegen Zafer Caglayan. Dieser forderte - wie viele türkische Unternehmer - Erleichterungen bei der Visaregelung für Deutschland. «Wir sind bereit, den Prozess der Visa-Freiheit voranzubringen», sicherte Schmid zu. Zudem unterstütze Baden-Württemberg den Weg der Türkei in die Europäische Union.

Für die Themen berufliche Bildung und anwendungsorientierte Forschung zeigte auch der türkische Staatspräsident großes Interesse, wie Schmid berichtete. Gül sei aber auch die doppelte Staatsbürgerschaft für die in Deutschland lebenden Türken wichtig gewesen in dem Gespräch. «Baden-Württemberg hat die intensivste Beziehung zur Türkei», sagte Gül nach den Worten von Ministerialdirigent Hartmut Reichl, der wie der deutsche Botschafter Eberhard Pohl am politischen Teil des Treffens mit dem Präsidenten teilnahm.

Der SPD-Minister ist seit Mittwoch mit einer 60-köpfigen Delegation in dem Land, um die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen weiter zu fördern. Am Nachmittag traf die Delegation mit dem Vorsitzenden der Oppositionspartei CHP, Kemal Kilicdaroglu, zusammen. Auch die Landtagsabgeordneten Muhterem Aras (Grüne) und Manfred Hollenbach (CDU) begleiten den Minister.

Auf der Agenda der politischen Delegation steht am Dienstag noch die zentralanatolische Stadt Konya. Dort soll es zum Austausch mit Vertretern der Wirtschaft kommen. Minister Schmid will künftig die Geschäfte der Südwest-Firmen mit allen Regionen der Türkei ausbauen. Gerade die Wirtschaft in den Provinzen hätte in den vergangenen Jahren stark angezogen und das Interesse an ausländischen Unternehmen sei gestiegen, sagte Schmid.