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In einem Eier-Betrieb im Südwesten ist erstmals das Pestizid Fipronil nachgewiesen worden. Die Behörden rätseln, wie das Mittel auf den Hof gelangte. Bis Ergebnisse vorliegen, dürfte es noch etwas dauern.
In einem Eier-Betrieb im Südwesten ist erstmals das Pestizid Fipronil nachgewiesen worden. Die Behörden rätseln, wie das Mittel auf den Hof gelangte. Bis Ergebnisse vorliegen, dürfte es noch etwas dauern. © dpa
20.08.2017

Fipronil-Eier im Südwesten - Proben werden untersucht

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach dem Fund mit Fipronil belasteter Eier in einem baden-württembergischen Betrieb werden derzeit weitere Proben untersucht.

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«Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, was die Ursache ist», sagte eine Sprecherin des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz am Samstag in Stuttgart. Das Pestizid war zuvor in zwei Proben aus einem Unternehmen im Hohenlohekreis nachgewiesen worden. Noch ist aber unklar, wie das Mittel in den Stall des Betriebes und damit in die Eier gelangen konnte.

Nach Bekanntwerden am Freitag waren dem Ministerium zufolge zahlreiche Proben genommen worden, um diese Frage zu klären. Darunter sind demnach etwa Proben weiterer Eier und von Hühnern. In Reinigungsmitteln sei das Gift bisher nicht gefunden worden, aber auch diese sollen der Sprecherin zufolge noch einmal kontrolliert werden. Der Hühnerhalter hatte demnach angegeben, dass die Desinfektionslösung «Dega 16», die als Auslöser des Fipronil-Skandals gilt, auf dem Hof nicht eingesetzt wurde. Der betroffene Betrieb ist nach Angaben der Behörde bis auf Weiteres gesperrt.

Neben Baden-Württemberg wurde das Insektizid am Freitag erstmals auch in einer Ei-Probe aus Hamburg nachgewiesen. Bis dahin war Fipronil in Deutschland in fünf Betrieben nachgewiesen worden, darunter vier aus Niedersachsen. Supermärkte in Deutschland nahmen Eier zum Teil vorsorglich aus dem Verkauf oder boten nur noch Produkte an, die nachweislich auf Fipronil getestet wurden.

Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind gesundheitliche Schäden durch den Verzehr betroffener Produkte aber unwahrscheinlich. Auch das Unternehmen aus dem Hohenlohekreis hatte betont, Gesundheitsgefahr bestehe nicht.

Der Skandal um Fipronil schlägt dennoch auch international weiter hohe Wellen. Bis Freitag wurden bereits in 18 EU-Ländern sowie in Nicht-EU-Staaten wie der Schweiz, dem Libanon und Hongkong Fipronil-Funde in Eiern und Ei-Produkten bekannt. Nun soll das Thema auch beim EU-Agrarministertreffen am 5. September eine Rolle spielen.

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