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07.11.2013

Flasche mit Säure beschert Schülern unterrichtsfreien Vormittag

Friedrichshafen (dpa/lsw) - Schulfrei dank einer Flasche mit Pikrinsäure: Eine Lehrerin hat den explosiven Stoff im Chemieschrank einer Grund- und Realschule in Friedrichshafen entdeckt. Um die Säure zu entfernen, rückte der Kampfmittelbeseitigungsdienst am Donnerstag an und nahm die Chemikalie mit, wie die Polizei mitteilte.

Bildergalerie: Flasche mit Säure gefunden - schulfrei

Für 700 Schüler hieß das am Mittwochnachmittag und Donnerstagvormittag: kein Unterricht. Die Aktion sei reibungslos verlaufen, sagte eine Sprecherin der Stadt. Am Nachmittag sollte der Unterricht in der Schule im Ortsteil Ailingen wieder aufgenommen werden.

Der Stoff Pikrin sei früher im Chemieunterricht unter anderem für Farbexperimente genutzt worden, sagte die Sprecherin. Im flüssigen Zustand sei die Substanz relativ ungefährlich. Nur wenn die Flüssigkeit kristallisiere, könne sie bei Erschütterung explodieren. Da die Flasche undurchsichtig war, habe man aber nicht einschätzen können, ob die Chemikalie flüssig oder getrocknet war. Aus Sicherheitsgründen sei daher der Kampfmittelbeseitigungsdienst gerufen worden.

Die 250 Milliliter-Flasche war bereits am Mittwoch gefunden worden und hätte dort nach einem Bericht der «Schwäbischen Zeitung» (Ravensburg) schon längst nicht mehr sein dürfen. Das Kultusministerium habe danach bereits im Sommer die Schulen im Land aufgefordert, die Chemikalie zu entsorgen. «Wir haben noch im Juli darauf hingewiesen, dass die Schulen Pikrinsäure nicht verwenden dürfen und sie entsorgen sollen», sagte Ministeriumssprecherin Christine Sattler dem Blatt.

Konsequenzen drohen der Schule aber nicht, wie die Sprecherin der Stadt sagte. «Die Lagerung von Pikrin ist grundsätzlich nicht verboten.» Da das Mittel aber nicht mehr verwendet werde, würde den Schulen geraten, noch vorhandene Bestände zu entsorgen. Die Stadt habe dazu auch mit den anderen Schulen in Friedrichshafen Kontakt aufgenommen.