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Foto: Symbolbild © lsw
21.07.2016

Flüchtlinge im Südwesten beim Baden verunglückt

Bei hochsommerlichen Temperaturen sind am Mittwoch im Südwesten mehrere Flüchtlinge beim Baden verunglückt - einer ertrank in einem See, ein weiterer wird vermisst. Der 19-Jährige wurde am Mittwochabend in Bad Säckingen (Kreis Waldshut) im Rhein von der Strömung mitgerissen und ging unter, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

Eine Suchaktion blieb erfolglos. Kurz zuvor war im Oberen Vogelstangsee der leblose Körper eines ebenfalls 19-Jährigen entdeckt worden. Andere Badegäste zogen ihn aus dem Wasser, die Reanimation blieb aber erfolglos. Der junge Mann starb schließlich im Krankenhaus. Beide Männer konnten den Angaben zufolge nicht schwimmen.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hatte bereits im Januar vor den Gefahren des Wassers für Flüchtlinge gewarnt. «Dadurch, dass Schwimmen in vielen Ländern nicht zum Kulturgut gehört, wird die Gefahr unterschätzt», erläuterte Elke Kopp, Beisitzerin im DLRG-Landesverband Württemberg und zuständig für Migranten und Flüchtlinge.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg (GEW) spricht sich für mehr Schwimmunterricht in der Grundschule aus. «Es darf nicht sein, dass ein Kind während seiner gesamten Schullaufbahn nicht ein Mal Schwimmunterricht bekommt», sagte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz. «Durch die vielen geflüchteten Kinder und Jugendlichen, die meist gar nicht schwimmen können, besteht noch größerer Handlungsdruck.»

Am Bodensee verunglückte am Mittwoch ein Neunjähriger - er konnte aber gerettet werden. In Meersburg (Bodenseekreis) war der aus Syrien stammende Junge allein ins Wasser gegangen. Auch er konnte vermutlich nicht schwimmen. Zwei Männer zogen ihn aus dem Wasser und retteten ihm das Leben.

In diesem Jahr sind bereits mehrere Menschen in Baden-Württemberg beim Baden ums Leben gekommen. Ein 13-Jähriger ertrank Anfang Juli in Stuttgart in einem Schwimmbad. Er war regungslos in einem tieferen Becken entdeckt worden. In Munderkingen (Alb-Donau-Kreis) ertranken zwei Männer innerhalb eines Tages an der gleichen Stelle in der Donau. Nach Polizeiangaben entsteht an der Stelle eine starke Sogwirkung, dadurch waren die Männer untergegangen.

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