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16.02.2015

Flüchtlinge in Villingen-Schwenningen - Unmut in Heidelberg

Villingen-Schwenningen. Unterkunft auf Zeit: Rund 360 Flüchtlinge haben übergangsweise ein neues Zuhause in ehemaligen Soldatenwohnungen in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) gefunden. «Ich bin sehr dankbar für die schnelle Umsetzung», erklärte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer (parteilos) am Montag. «Die Aufnahme der Flüchtlinge ist eine wichtige humanitäre Aufgabe, der wir uns gewachsen zeigen wollen.» Die ersten beiden Busse mit Flüchtlingen seien bereits am Samstag angekommen. Die zusätzliche Unterkunft war wegen stark gestiegener Flüchtlingszahlen in Baden-Württemberg notwendig geworden.

Auch in Heidelberg gibt es eine solche sogenannte Bedarfsorientierte Erstaufnahmeeinrichtung (BEA) auf dem ehemaligen US-Gelände Patrick-Henry-Village. Der dortige Gemeinderat hatte im November der Einrichtung für den Fall zugestimmt, dass alle anderen Aufnahmestellen im Land ausgelastet sind. Nun scheint allerdings unklar, wie lange die Flüchtlinge in der Unterkunft bleiben.

Die Nutzung der Heidelberger Einrichtung solle nach Möglichkeit noch in diesem Frühjahr schrittweise heruntergefahren werden, erklärte ein Sprecher des Integrationsministeriums am Montag. Als Reserve für «unvorhergesehene Belegungsengpässe bei der Erstaufnahme» wolle das Land die Unterkunft jedoch weiter vorhalten - in Absprache mit der Stadt. Dazu werde es seitens des Landes einen Vertrag mit monatlicher Kündigungsfrist und Verlängerungsoption geben.

Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) hat indes das Land aufgefordert, das Winternotquartier wie vereinbart im Frühjahr komplett zu räumen. Die Stadt ist gegen Massenunterkünfte fernab des Zentrums. Weitere Planungen kann es dem OB zufolge nur geben, wenn Stadtverwaltung und Gemeinderat frühzeitig eingebunden werden.

Auch die BEA in Villingen-Schwenningen soll nur eine Zwischenlösung sein, bis die Landeserstaufnahmestelle in Freiburg zur Verfügung steht, wie Regierungspräsidentin Schäfer betonte. Bis September 2014 lebten in den rund 80 Wohnungen in vier Gebäuden französische Soldaten mit ihren Familien. Im Auftrag des Landes hat das Regierungspräsidium Freiburg die Unterkunft zunächst bis Ende März angemietet.