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Essensausgabe in der Landeserstaufnahmestelle Ellwangen. Über die Feiertage werden nur wenige Bewohner weiterverlegt. dpa
Essensausgabe in der Landeserstaufnahmestelle Ellwangen. Über die Feiertage werden nur wenige Bewohner weiterverlegt. dpa
24.12.2015

Flüchtlingsheime schaffen Platz für neuen Zulauf

In Baden-Württemberg schaffen Landeserstaufnahmeeinrichtungen (Leas) kurz vor Weihnachten verstärkt Platz für neu ankommende Flüchtlinge. Denn wegen der anstehenden Feiertage werden weniger Bewohner weiterverlegt werden können. „Das ist halt einfach so ein Punkt, da gibt es viele Feiertage, da läuft generell nichts“, sagte Berthold Weiß, Leiter der Aufnahmeeinrichtung in Ellwangen. So sei etwa das Gesundheitsamt an den Feiertagen nicht in Betrieb. „Und ohne Gesundheitszeugnis wird niemand verlegt.“

Deshalb registriere und untersuche man seit Wochen bereits mit Hochdruck – um Platz für neue Migranten zu schaffen. In Kooperation mit dem Gesundheitsamt würden Flüchtlinge etwa seit zwei Wochen zusätzlich an Samstagen geröntgt. „Damit wir Platz haben, weil wir nicht wissen, wie viele Flüchtlinge über die Feiertage kommen.“ Alleine vergangene Woche seien 600 Asylsuchende von der Lea Ellwangen in die Landkreise verlegt worden. Derzeit lebten 2400 Flüchtlinge in der Unterkunft. Weiß befürchtet einen Rückstau zu Beginn des neuen Jahres. „Wir müssen schauen, dass wir nächstes Jahr wieder schnell in Fahrt kommen. Das ist schwierig für uns – wir sind Dauerbetrieb gewöhnt. Dass wir jetzt so einen Stillstand haben, sind wir einfach nicht gewöhnt.“

Auch von der Erstaufnahmestelle Meßstetten im Zollernalbkreis wurden in den vergangenen Tagen viele Flüchtlinge in die Landkreise oder Außenstellen der Lea wie in Ulm gebracht. „Denn wir müssen schauen, dass wir alle Zugänge bei uns unterbringen“, betonte Frank Maier.

„Wir haben den Landkreisen schon Anfang des Monats mitgeteilt, dass über Feiertage nicht verlegt wird, aber dafür an den Arbeitstagen“, sagte Irene Feilhauer vom Regierungspräsidium Karlsruhe. Normalerweise würden dort 300 Flüchtlinge am Tag registriert, zwischen den Jahren würden es wohl nur 200 bis 250 sein – einfach weil Mitarbeiter im Urlaub seien. Derzeit verschaffe man sich einen Überblick im Regierungspräsidium: Wie viele Flüchtlinge werden dieses Jahr noch verlegt, wie viele Betten stehen noch zur Verfügung? „Von den Zahlen her ist nicht ersichtlich, dass es sich stauen wird, weder bei der Verlegung noch bei der Registrierung“, zeigte sich Feilhauer zuversichtlich.