nach oben
© Symbolbild: dpa
09.09.2016

Fragwürdige Internetposts können den Job kosten

Mannheim. Wer sich in der Firma rassistisch äußert, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. Rechtlich schwieriger zu bewerten sind rassistische Äußerungen von Mitarbeitern auf privaten Accounts in sozialen Netzwerken wie Facebook. «Es gilt erst einmal der Grundsatz: Privat ist privat», sagt der Fachanwalt für Arbeitsrecht, Jobst-Hubertus Bauer.

Was der Mitarbeiter in seiner Freizeit meint und tut, geht die Firma grundsätzlich nichts an. Doch auch hier gibt es Grenzen. «Wenn sich ein Arbeitnehmer im Netz rassistisch äußert und führt das zu Diskussionen und Unfrieden im Betrieb, kann das zu einer fristlosen Kündigung führen», sagt Bauer. Letztlich sei das jedoch immer eine Einzelfallentscheidung des Gerichts. Zu berücksichtigen ist zum Beispiel, ob durch die Äußerung des Mitarbeiters auf Facebook der Ruf des Unternehmens geschädigt wird.

Beispiele für Internetposts, die Arbeitnehmer ins Aus manövrieren, gibt es immer wieder: Der Zechenbetreiber RAG etwa hatte einem Arbeitnehmer gekündigt, weil er 2015 auf der Facebook-Seite eines Fernsehsenders einen Hasskommentar über einen Brand in einer Asylunterkunft gegen Flüchtlinge abgesetzt hatte. Ein weiterer Fall sorgte im Mai für Aufsehen: Einem Berliner Hochschuldozenten wurde fristlos gekündigt, weil er in einem Internetblog gegen Muslime gehetzt haben soll.