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Ohne Navigationsgerät wäre eine Autofahrerin wohl nie auf die Idee gekommen, auf der Heimfahrt in einen engen, ihr unbekannten Waldweg abzubiegen. Aber mit Navi blieb sie im dunklen Tann stecken.
Ohne Navigationsgerät wäre eine Autofahrerin wohl nie auf die Idee gekommen, auf der Heimfahrt in einen engen, ihr unbekannten Waldweg abzubiegen. Aber mit Navi blieb sie im dunklen Tann stecken. © Symbolbild: dpa
10.01.2012

Frau folgt Navi und landet hilflos im Wald

Kandertal. Es gibt so Tage, da geht alles schief, da verflucht man die Segnungen der modernen Technik. Solch einen Tag hat eine Frau erlebt, die eigentlich nur nach Hause fahren wollte, dann aber orientierunglos und stundenlang in einem einsamen Waldstück auf Rettung warten musste. Sie war ihrem Navigationsgerät im Auto treu und brav gefolgt, bis ihr Auto auf einem ihr unbekannten Waldweg stecken blieb. Und das war nur der erste Teil des großen Ärgers.

In die missliche Lage war die Autofahrerin am Montagabend um 19.05 Uhr im hinteren Kandertal geraten. In ihrem Navigationsgerät hatte sie ihren Wohnort in Kandern als Zielort eingegeben. Ohne jegliches Misstrauen folgte die Frau den Anweisungen aus dem Navigationsgerät. Das Navi leitete sie schließlich in ein Waldstück zwischen Vogelbach, Sitzenkirch und Kandern.

Bevor die Frau merkte, dass ihr Navi die Orientierung verloren hatte, steckte sie mit ihrem Fahrzeug auch schon auf dem Waldweg fest. Sie war völlig ortsunkundig und hatte jegliche Orientierung verloren.

Als sie nun mit ihrem Handy die Polizei verständigen wollte, stellte sich zudem heraus, dass sie keine Netzverbindung hatte. Nur bruchstückhaft war es ihr möglich, über Notruf der Polizei ihr Problem zu schildern. Die Folge war nun eine mehrstündige Suche der Polizei nach der steckengebliebenen  Autofahrerin.

Immer wieder versuchte sowohl die Polizei, als auch die Frau telefonisch Kontakt aufzunehmen. Die fehlende Netzverbindung verhinderte ein schnelles Auffinden der Autofahrerin. Immerhin konnte der zuletzt kontaktierte Sendemast ermittelt werden. So war es zumindest möglich, den gröberen Aufenthaltsbereich der Frau festzulegen.

Die Einsatzzentrale der Polizeidirektion Lörrach konnte schließlich, es war bereits weit nach Mitternacht, die Geo-Daten des vermeintlichen Standorts ermitteln. Dieser befand sich in einem Waldgebiet auf Gemarkung Vogelbach. Die Streifen fuhren in diesen Bereich und überprüften die dortigen Waldwege.

Um 3.30 Uhr wurde die Frau schließlich mit ihrem Auto in einem völlig unwegsamen, steilen Waldstück aufgefunden. Das Navi-Opfer war zwar müde, aber sonst wohlauf. Wie sie mit ihrem Auto in diesen Bereich gelangen konnte, bleibt ein Rätsel, denn selbst der allradgetriebene Land Rover der zur Unterstützung hinzu gerufenen Bundespolizei hatte die größten Schwierigkeiten, diesen Weg zu befahren. Das Pannenfahrzeug konnte schließlich freigeschleppt werden, und die Frau wurde - auf ganz altmodische, undigitale Art - durch eine Streife nach Hause geleitet. pol

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