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Weil er seine Freundin mit Weinflaschen erschlagen hat, muss ein 53-jähriger Mann aus dem Raum Stuttgart jetzt eine lebenslange Haftstrafe verbüßen.
Weil er seine Freundin mit Weinflaschen erschlagen hat, muss ein 53-jähriger Mann aus dem Raum Stuttgart jetzt eine lebenslange Haftstrafe verbüßen. © dpa
25.11.2011

Frau mit Weinflaschen erschlagen: Lebenslange Haft

Nagold. Hätte er doch lieber den Wein getrunken und seinen Frust im Alkoholnebel verschwinden lassen. Dann hätte vielleicht die Leber des 53-jährigen Mannes aus Nagold im Kreis Calw Stress gehabt, aber dafür wäre jetzt noch seine Freundin und Mutter von zwei Kindern am Leben. So hat der Mann nun Stress wegen einer lebenslangen Haftstrafe. Die hat ihm das Stuttgarter Landgericht aufgebrummt, weil er seine Freundin mit mehreren großen Weinflaschen erschlagen hat.

Das Stuttgarter Landgericht sah es am Freitag als erwiesen an, dass er der 48-Jährigen mit zwei 1,5-Liter- und einer 3-Liter-Flasche den Schädel eingeschlagen hat. Es verurteilte den Mann deshalb wegen heimtückischen Mordes. 

Der Täter begleitete die Frau laut Urteilsbegründung am 26. März morgens zum Putzen einer Gaststätte in Filderstadt (Kreis Esslingen) und versetzte ihr dann mit der ersten Flasche einen Schlag gegen den Kopf, als sie ihm den Rücken zugekehrt hatte. Danach rappelte sich das Opfer wieder auf. Der Mann zertrümmerte jedoch mit drei weiteren Schlägen mit der 3-Liter-Flasche den Schädel der Frau. Mit der dritten Flasche schlug er nochmals auf die am Boden Liegende ein.

Bei der Polizei und während des Prozesses hatte der Mann immer wieder Versionen der Tat präsentiert, die sich hinterher als falsch herausstellten. So hatte er beispielsweise behauptet, mit der Frau überfallen und entführt worden zu sein, wobei sie in einem Kampf mit den Entführern gestorben sei (Az. 1 Ks 115 Js 26649/11).

Das Motiv blieb für das Gericht im Unklaren. Eine Tat aus Notwehr oder im Affekt sah es jedoch nicht. Der Mann sei nüchtern gewesen, zudem seien keine seelischen Störungen oder Krankheiten aufgefallen. Die beiden Kinder der Frau sind nun Vollwaisen. Der 22-jährige Sohn des Opfers kümmert sich seit der Tat um seinen 14-jährigen Bruder. dpa