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Die Staatsanwaltschaft Rottweil und die Landespolizeidirektion Freiburg haben den Tod einer 40 Jahre alten Frau aus Aldingen untersucht, aber kein Verschulden bei zwei Polizisten festgestellt. Der Frau wurden bei einer angeordneten Zwangseinweisung im Rahmen einer Gewahrsamnahme Handschellen angelegt. Kurz darauf ist sie aus bislang unbekannter Ursache gestorben.
Die Staatsanwaltschaft Rottweil und die Landespolizeidirektion Freiburg haben den Tod einer 40 Jahre alten Frau aus Aldingen untersucht, aber kein Verschulden bei zwei Polizisten festgestellt. Der Frau wurden bei einer angeordneten Zwangseinweisung im Rahmen einer Gewahrsamnahme Handschellen angelegt. Kurz darauf ist sie aus bislang unbekannter Ursache gestorben. © Symbolbild: dpa
17.01.2013

Frau stirbt nach Polizeieinsatz: Ursache unbekannt

Der Todesfall sorgte vor fast vier Monaten für Aufsehen: Eine psychisch kranke Frau aus Aldingen, die sich aggressiv gegen die von der Hausärztin angeordnete Zwangseinweisung in eine Spezialklinik wehrte, wurde von herbeigerufenen Polizisten in Gewahrsam genommen. Die zwei Beamten fesselten sie mit Handschellen, ohne sie zu verletzen, und legten die 40-Jährige dann auf einem Bett ab. Unvermittelt und nur einen kurzen Moment später atmete die Frau jedoch nicht mehr und blieb regungslos. Das Ermittlungsverfahren gegen die Beamten des Polizeireviers Spaichingen wurde nun von der Staatsanwaltschaft Rottweil eingestellt.

„Die Anwendung des unmittelbaren Zwangs durch die beiden Polizeibeamten war gerechtfertigt und eine Sorgfaltspflichtverletzung kann nicht festgestellt werden“, so die Begründung der Staatsanwaltschaft Rottweil. Eine Obduktion erbrachte das Ergebnis, dass eine überzogene äußere Gewalteinwirkung auf die Verstorbene ausgeschlossen werden kann.

Die genaue Todesursache ist letztendlich nicht sicher zu klären. „Eine morphologisch erkennbare offensichtliche Ursache liegt nicht vor“, wird im Gutachten der Mediziner vom Institut der Rechtsmedizin Tübingen festgestellt. Es könnte aufgrund der von der Verstorbenen eingenommenen Medikamente im Zusammenhang mit der Gewahrsamnahme zu einer funktionellen Störung des Kreislaufs gekommen sein, was unmittelbar zum Tode führte.

Die 40-jährige Frau aus Aldingen starb am späten Samstagnachmittag, 29. September 2012, als sie sich bei einer Zwangseinweisung gegen Angehörige, Rettungskräfte und das Einschreiten von Polizeibeamten körperlich zur Wehr setzte. Infolge des psychischen Zustands der Frau hatten Angehörige bereits am Samstagvormittag die zuständige Hausärztin um Hilfe gebeten. Die ordnete die Einweisung in eine spezialisierte Klinik an. Ihre Patienten flüchtete zunächst, konnte jedoch von Angehörigen wieder zur Wohnung gebracht werden. Als Angehörige, Rettungsdienst und die Ärztin dann konkret die Einweisung veranlassen wollten, wehrte sich die Frau und die Ärztin musste die Polizei zu Hilfe rufen. Auch den Beamten gelang es nicht, die Frau zum freiwilligen Mitgehen zu bewegen.

Als die Polizisten die Frau dann in Gewahrsam nehmen wollten, wehrte sie sich gegen die anwesenden Personen mit Händen und Füßen. Um weitere Angriffe zu verhindern, mussten die Beamten die Frau festhalten und ihre Hände mit Handschellen fesseln. Kurz nachdem sie die 40-Jährige auf ein Bett abgelegt hatten, hörte die Frau auf zu atmen. Reanimationsmaßnahmen von Rettungsdienst, Hausärztin und einer sofort hinzugezogenen Notärztin blieben erfolglos.

Die Staatsanwaltschaft Rottweil und die Landespolizeidirektion Freiburg, Dezernat Sonderfälle, hatten zur Klärung der zum Tod der Frau führenden Ursache die Fallbearbeitung übernommen und Ermittlungen eingeleitet. pol