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Angeklagter Rocker soll Frauen zur Prostitution gezwungen haben.
Angeklagter Rocker soll Frauen zur Prostitution gezwungen haben © Symbolbild dpa
rocker © picture alliance / dpa
17.03.2014

Frauen zur Prostitution gezwungen: Black-Jackets-Chef vor Gericht

Konstanz. Er hat laut Anklage mehrere Frauen zur Prostitution gezwungen - und wenn sie nicht willig waren, soll er sie geschlagen, bedroht und misshandelt haben: Ein 32-Jähriger muss sich seit Montag unter anderem wegen Menschenhandels vor dem Landgericht Konstanz verantworten.

Der Mann habe seine Machtposition als Präsident der rockerähnlichen Gruppierung Black Jackets in Villingen-Schwenningen genutzt, um die Straftaten zu begehen, sagte der Staatsanwalt zu Prozessbeginn.

Demnach mussten die jungen Frauen - darunter auch eine Minderjährige - in verschiedenen Bordellen für ihn arbeiten und ihm einen Großteil ihrer Einnahmen abgeben. Wenn sie sich weigerten, soll der Angeklagte sie bedroht, geschlagen und manche auch vergewaltigt haben.

Der 32-Jährige sei bei Ermittlungen gegen zwei andere Mitglieder aus der Gruppierung in Verdacht geraten, gab ein Beamter des Landeskriminalamtes in seiner Zeugenaussage an. Die Polizei gehe davon aus, dass der Angeklagte bis zu seiner Inhaftierung im Jahr 2013 Chef des «Chapters» (Abschnitt) der Black Jackets in Villingen-Schwenningen gewesen sei.

Eine der Frauen habe mehrere Male versucht zu fliehen und unterzutauchen, sagte der Staatsanwalt. Der Angeklagte habe sie aber mit einer Pistole bedroht und mit Drogen gefügig gemacht. Die Frauen hätten zum Teil sieben Tage die Woche für den Beschuldigten arbeiten müssen, hieß es in der Anklage. Insgesamt habe der Beschuldigte dadurch rund 68 000 Euro erlangt.

Der 32-Jährige schwieg am Montag vor Gericht. Ihm werden laut Staatsanwaltschaft unter anderem Menschenhandel, schwere Vergewaltigung, Erpressung und Körperverletzung vorgeworfen.