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04.06.2010

Frauenleiche wird obduziert - Ist es Bankiersfrau Bögerl?

HEIDENHEIM. Die in der Nähe von Heidenheim entdeckte Frauenleiche wird gegenwärtig obduziert werden. Am Nachmittag könnte dann feststehen, ob es sich bei der entstellten Leiche um die am 12. Mai entführte Bankiersgattin Maria Bögerl handelt.

Möglicherweise werde das Obduktionsergebnis bei einer Pressekonferenz vorgestellt, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen.
Ein Spaziergänger mit Hund hatte die Leiche am Donnerstagabend in dem Gebiet entdeckt, das die Polizei an den Tagen nach der Entführung durchkämmt hatte. Die tote Frau lag an einem Waldrand zwischen den Ortschaften Nietheim und Niesitz und war mit Ästen abgedeckt. In der Nähe der Fundstelle, rund zehn Kilometer vom Wohnhaus der Familie Bögerl entfernt, war die Polizei zuvor auch auf das Handy der 54- jährigen Vermissten gestoßen. Nicht weit entfernt war die Übergabe von 300 000 Euro Lösegeld an den oder die Entführer gescheitert. Nach Angaben der Polizei gibt es derzeit keine weiteren Vermisstenfälle in der Region.

Nach der Entführung hatten die Ermittler eine 80-köpfige Sonderkommission gebildet. Dutzende Beamte durchsuchten vergebens die nähere Umgebung des Wohnortes sowie die Stellen, an denen das Mobiltelefon und das Auto der Vermissten gefunden worden waren. Der Wagen stand im Hof des nicht weit entfernten Klosters Neresheim.
Auch ein dramatischer Appell der Familie in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ blieb ohne Erfolg. Neue Hoffnung hatten die Ermittler vor wenigen Tagen auf ein Phantombild eines möglichen Zeugen gesetzt. Der 30 bis 40 Jahre alte Unbekannte war am Tag der Entführung in Nietheim nördlich von Heidenheim gesehen worden. Der Mann soll als Anhalter unterwegs gewesen sein. Mehr als 300 Hinweise zur möglichen Identität des Mannes hatte die Polizei 24 Stunden nach Veröffentlichung des Phantombildes erhalten. Eine entscheidende Spur war jedoch nicht darunter. Er ist der zweite Mann, nach dem als Zeuge gesucht wurde. Ein Hausierer meldete sich zwar, konnte aber nicht weiter helfen.

Eine Belohnung von 100 000 Euro wurde ausgesetzt. Insgesamt bekam die Sonderkommission gut 1800 Hinweise aus der Bevölkerung, aus denen mehr als 1000 Spuren hervorgingen. dpa