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Nieselregen und kühles Wetter können Badegäste nicht schrecken. Das Sonnenbad in Karlsruhe ist laut Betreiber das erste Freibad in Deutschland, das nach der Winterpause wieder die Tore öffnet. In diesem Jahr hoffen die Kommunen auf einen wärmeren Sommer.
Nieselregen und kühles Wetter können Badegäste nicht schrecken. Das Sonnenbad in Karlsruhe ist laut Betreiber das erste Freibad in Deutschland, das nach der Winterpause wieder die Tore öffnet. In diesem Jahr hoffen die Kommunen auf einen wärmeren Sommer.
27.02.2015

Freibadsaison hat begonnen - Karlsruhe macht den Anfang

Karlsruhe. Frühlingsgefühle in Karlsruhe: 16 Schwimmer haben am Freitag in Karlsruhe die Freibadsaison eröffnet, nach Angaben der Betreiber als erstes Schwimmbad in Deutschland. «Das Sonnenbad ist bundesweit etwas ganz Besonderes», sagte der für die Bäder zuständige Bürgermeister Martin Lenz (SPD), ehe er selbst ins Becken sprang. «Ehrenamtliches Engagement sorgt dafür, dass diese frühe Eröffnung möglich ist.» In den meisten anderen Städten beginnt die Freibadsaison erst zwischen März und Mai.

Bei kühlem Nieselwetter und Temperaturen um fünf Grad sprangen 16 Wasserfreunde im Alter von 11 bis 76 Jahren ins Becken. Bald darauf zogen rund 50 Schwimmer ihre Bahnen im 28 Grad warmen Wasser, mit dem Kopf in kalten Nebelschwaden.

Die vorzeitige Eröffnung verdankt das Bad seiner Entstehungszeit in den 70er Jahren. Damals stellte das benachbarte Kohlekraftwerk kostenlos Fernwärme zur Verfügung. Inzwischen muss dafür bezahlt werden. Das Sonnenbad möchte aber trotz der hohen Kosten für die Wassererwärmung an seiner Tradition festhalten. Die zusätzlichen Kosten werden zum Teil von einem Freundeskreis mit rund 600 Mitgliedern getragen.

Im vergangenen Jahr mit seinem verregneten August ging die Besucherzahl der vier städtischen Freibäder allerdings um ein Drittel auf 348 000 zurück; ins Sonnenbad kamen etwa 110 000 Gäste. Insgesamt hat die Stadt zwölf Bäder, von denen allein das Europabad im vergangenen Jahr 486 000 Menschen angelockt hat. Der Zuschuss der Stadt für alle Bäder beschränkt sich auf weniger als fünf Millionen Euro.

Auch in anderen Orten im Südwesten fiel die Freibadsaison im vergangenen Jahr schlecht aus - die meisten Wasserfreunde gingen lieber in Hallen- und Thermalbäder. So zählte das Konstanzer Rheinstrandbad 17 000 Besucher; in die vier kostenlosen Strandbäder kamen immerhin 282 800 Badegäste.

Für die Freibäder hoffe er, dass es in diesem Jahr etwas wärmer werde im Sommer, sagte der Geschäftsführer der Karlsruher Bädergesellschaft, Oliver Sternagel. Wirtschaftlich seien die Bäder aber weitgehend unabhängig vom Wetter, da es bei schlechter Witterung mehr Zulauf in den Hallen- und Thermalbädern gebe.