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Fahrradfans wie Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sollen künftig auf eigenen Trassen schneller vorankommen. Foto: dpa
Fahrradfans wie Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sollen künftig auf eigenen Trassen schneller vorankommen. Foto: dpa
30.12.2016

Freie Fahrt für Radler: Land plant zehn Radschnellwege bis zum Jahr 2025

Was für Autos die Autobahnen sind, sollen für Radler die Radschnellwege sein: Zehn solcher Strecken sollen bis 2025 mit öffentlicher Förderung im Südwesten entstehen – trotz hoher Kosten. Für die ersten Maßnahmen stehen im Entwurf für den Landesetat 2017 rund drei Millionen Euro bereit. „Schnelle Radverbindungen würden vor allem Berufspendlern den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad erleichtern“, sagte der grüne Landtagsabgeordnete Hermino Katzenstein in Stuttgart. Mit dem eingeplanten Geld gebe das Land passend zum Jubiläumsjahr „200 Jahre Fahrrad“ den Kommunen und Kreisen ein wichtiges Signal.

Die „Autobahnen“ für Radler sind nicht billig: Das Verkehrsministerium schreibt in einer parlamentarischen Antwort von Kosten in Höhe von 500.000 bis eine Million Euro für einen Kilometer. Zum Vergleich: Die Kosten für einen Kilometer Autobahn liegen bei etwa zehn Millionen Euro. Finanziert werden sollen die Strecken über Geld vom Land und vom Bund. Zudem ist ein finanzieller Beitrag der betroffenen Kommunen vorgesehen – es sei denn, die Wege verlaufen auf Landesgebiet, etwa an Landstraßen entlang.

Radschnellverbindungen sollen möglichst gerade und auf Asphalt verlaufen sowie keine großen Steigungen haben, damit die Radler möglichst schnell vorankommen. Am weitesten ist man nach Angaben eines Sprechers von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in Freiburg, wo erste Vorrangrouten für den Radverkehr realisiert werden. Die Metropolregion Rhein-Neckar prüft gerade per Studie, ob ein Radschnellweg Heidelberg-Mannheim-Ludwigshafen möglich ist. Einen Radschnellweg gibt es zum Beispiel bereits im niedersächsischen Göttingen, wo er den Bahnhof mit der Universität verbindet und täglich von Tausenden Radfahrern genutzt wird.

„Die Landesregierung sieht Radschnellverbindungen als geeignetes Instrument, um entlang wichtiger Achsen des Alltags- und Pendlerverkehrs die Nutzung des Fahrrads über größere Entfernungen zu fördern“, heißt es in der parlamentarischen Antwort des Verkehrsministers. Das Ministerium untersuche gerade die Potenziale solcher Verbindungen samt Kostenschätzung. Potenziale seien aber vor allem dort zu sehen, wo es erhebliche Pendlerströme zwischen Stadt und Umland gebe.