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Das Bild zeigt eine Flüchtlingsunterkunft in Rottenburg.
Das Bild zeigt eine Flüchtlingsunterkunft in Rottenburg. © dpa
26.02.2016

Freie Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge

Die Lage in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in Baden-Württemberg hat sich in den vergangenen Wochen entspannt. Fast überall sind Plätze frei. Die vier Regierungspräsidien sind aber darauf vorbereitet, dass möglicherweise wieder mehr Flüchtlinge in den Südwesten kommen, wie Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagten.

Im Bereich des Regierungspräsidiums Stuttgart sind den Angaben zufolge zurzeit rund 1800 von 5600 Plätzen belegt. In Karlsruhe liegt die Auslastung bei etwa zwei Dritteln. In der Erstaufnahmeeinrichtung in Sigmaringen wohnen derzeit gut 1300 Menschen, Platz ist dort für 3400 Bewohner. Nur die Landeserstaufnahmestelle Meßstetten (Zollernalbkreis) mit einer Kapazität von 1500 Plätzen ist mit rund 1450 Flüchtlingen fast voll belegt. In den verschiedenen Einrichtungen im Regierungsbezirk Freiburg sind aktuell knapp 2000 von mehr als 7700 Plätzen belegt. Allerdings werden eine Messehalle in Villingen-Schwenningen und eine Kaserne in Immendingen mit Platz für zusammen gut 2200 Menschen im März geschlossen.

Ob und wann wieder mehr Flüchtlinge nach Deutschland und damit auch in den Südwesten kommen, darüber herrscht bei den Verantwortlichen Unklarheit. Eine Prognose gebe es nicht, sagte die Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe, Irene Feilhauer. «Wir sind jedoch sehr gut auf einen erneuten eventuellen Anstieg von Flüchtlingen vorbereitet.»

Ähnlich äußerte sich die Sprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart, Katja Lumpp. Der Flüchtlingszustrom sei nicht absehbar. «Daher können wir trotz des Aufbaus weiterer Erstaufnahmeeinrichtungen auch keine Aussage treffen, ob eine Überbelegung für die Zukunft völlig auszuschließen ist.» Neue Erstaufnahmeeinrichtungen sind nach Angaben der Lenkungsgruppe in Herrenberg (Landkreis Böblingen) und Schwäbisch Hall geplant. Eine Sprecherin des Regierungsbezirks Tübingen sagte: «Wir sind auf Prognosen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge angewiesen.»

Die Behörden sehen sich in jedem Fall für die kommenden Monate gut vorbereitet: «Die Erstaufnahmeeinrichtungen konnten im vergangenen Herbst umfangreiche Erfahrungen sammeln, die sie in ihre weitere Arbeit einbringen werden», sagte Lumpp.

Im Bereich des Regierungsbezirks Tübingen werde die ruhigere Zeit für bauliche und organisatorische Maßnahmen genutzt. «Was uns freut ist, dass wir in den Einrichtungen Stück für Stück Verbesserungen in der Unterbringung erreichen können», sagte die Sprecherin. So gebe es beispielsweise Räume der Stille, Wickel- und Stillräume, Bereiche für Kinderbetreuung und Ähnliches.

Bei der Verteilung der Flüchtlinge werde auf eine «ausgewogene und auf die unterschiedlichen Nationen ausgerichtete Unterbringung geachtet», sagte die Tübinger Sprecherin. Im Regierungsbezirk Freiburg würden Flüchtlinge nach Familien und Einzelpersonen getrennt, sagte Sprecher Matthias Henrich. Nur in wenigen Einzelfällen gebe es eine Trennung nach Herkunft oder Religion.