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Ohne Vorwarnung freigestellt. Ein Schock für 90 Mitarbeiter der Möbelhauskette XXXL in Mannheim. Ihre Arbeit soll künftig in Würzburg gemacht werden. Für die Gewerkschaft Verdi ist das Vorgehen des Unternehmens ein Rechtsbruch. Sie prüft juristische Schritte. © dpa
03.02.2016

Freigestellte Mitarbeiter protestieren vor Mannheimer Möbelhaus

Mannheim (dpa/lsw) - Mitarbeiter eines Möbelhauses haben am Mittwochmorgen vor dem Mannheimer Lager des Unternehmens gegen ihre plötzliche Freistellung protestiert. Wie viele Menschen vor Ort waren, konnte eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi noch nicht sagen. Die Aktionen, die am Morgen gegen 06.15 Uhr begonnen hatten, seien beendet. Die Möbelhauskette XXXL hatte 90 Verwaltungsbeschäftigte am Montag ohne Vorankündigung freigestellt. Dies sei ein «massiver Verstoß gegen das Betriebsverfassungsgesetz», teilte Verdi mit. Die Freistellungen müssten umgehend zurückgenommen werden.

Der Konflikt verschärfte sich nach Verdi-Angaben unterdessen weiter: Der Betriebsrat des Möbelhauses solle sein Büro bis Ende nächster Woche räumen und weit entfernt vom Unternehmensgelände und den Beschäftigten in andere Räume ziehen.

Auch Arbeitsministerin Katrin Altpeter (SPD) kritisierte das Vorgehen des Möbelhauses. Die Betroffenen ohne jede Ankündigung auszusperren, sei Ausdruck frühkapitalistischer Herrschaftsmanier. «Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein Unternehmen im Jahre 2016 so mit seinen Mitarbeitern umspringt.»

Das Unternehmen hatte die Entscheidung mit Veränderungen beim Kundenservice, in der Logistik und Auftragsbearbeitung der Unternehmensgruppe begründet. Betroffen seien Mitarbeiter in Eschborn, Wiesbaden und Mannheim. Die Auftragssachbearbeitung werde an den Unternehmenssitz nach Würzburg verlegt.