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© www.7aktuell.de/Aaron Klewer
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04.05.2016

Freitod-Opfer auf A5 überfahren: Weiteres Todesopfer am Stauende

Forst/Karlsruhe. Zwei Todesopfer, ein offenbar Mittelschwerverletzter sowie ein Sachschaden von etwa einer halben Million Euro waren am Mittwochmorgen die Folgen zweier Verkehrsunfälle auf der nordwärts führenden Autobahn A 5 bei Forst und Karlsruhe-Hagsfeld. Durch das Geschehen waren insbesondere die in Richtung Norden unterwegs befindlichen Autofahrer auf erhebliche Geduldsproben gestellt; teilweise erreichten die Stauungen eine Länge von 20 Kilometern. Auch in der Gegenrichtung sowie auf den Ausweichstrecken kam es zu erheblichen Wartezeiten.

Verkehrsteilnehmer hatten auf der Autobahn bei Forst kurz nach 4.30 Uhr einen offensichtlich überrollten toten Körper entdeckt. Anhand eines an der Unglücksstelle aufgefundenen Kennzeichens führte die von der Polizei ausgelöste Sofortfahndung in Südhessen zur Feststellung eines Autofahrers aus dem Raum Rastatt. Der Mann räumte ein Unfallgeschehen ein, gab aber an, von einem überrollten Tier ausgegangen zu sein. Während hierzu die Ermittlungen bis zur Stunde noch andauern, ergaben sich bei den weiteren polizeilichen Feststellungen Anhaltspunkte dafür, dass der im Bereich einer Brücke überrollte 86 Jahre alte Mann den Freitod gesucht hatte.

Durch den Unfall bei Forst kam es zu einem 17 Kilometer langen Rückstau, an dessen Ende bei Karlsruhe-Hagsfeld es gegen 8.25 Uhr zu einem weiteren tragischen Unfall kam. Nachdem auf der rechten Spur zwei Lastzüge und ein Auto rechtzeitig gehalten hatten, fuhr ein Sattelzug einer spanischen Spedition mit solcher Wucht auf den Personenwagen auf, dass er ihn unter die Ladefläche des davor stehenden Schwerfahrzeuges schob. Die Aufprallenergie war derart hoch, dass der Lastzug schließlich noch gegen den ersten Laster gedrückt wurde. Während der aufgefahrene Fahrer mit offenbar mittelschweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht wurde, kam für den Fahrer des unter dem Lkw eingeklemmten und völlig zerstörten Wagens jede Hilfe zu spät.

Zur Bergung der teilweise ineinander verkeilten Fahrzeuge hatte die Feuerwehr schweres Gerät im Einsatz. Unterdessen musste die Autobahn in Fahrtrichtung Norden voll gesperrt werden. Während der aufgelaufene Verkehr über die Überholspur und einen Autobahnparkplatz an der Unglücksstelle vorbeigeführt wurde, mussten die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer die Autobahn bei der Anschlussstelle Karlsruhe-Nord verlassen und wurden über die Bedarfsumleitungsstrecke in Richtung Bruchsal geleitet. Dort hatte sich die Situation nach dem Unfall bei Forst ab etwa 10 Uhr weitgehend entspannt.

Die Rettungsdienste waren an der Unfallstelle bei Hagsfeld mit dem Rettungshubschrauber und drei Rettungswagen im Einsatz. Bei der Bergung wurde die Berufsfeuerwehr aus Karlsruhe von den Kollegen der Freiwilligen Wehr Hagsfeld tatkräftig unterstützt. Die Bergungs- und Aufräumarbeiten dauerten bis in die Mittagsstunden an.