Klimastreik - Freiburg
In Freiburg fand die größte Demo von Fridays for Future mit rund 8000 Teilnehmern statt. 

Fridays-For-Future rufen zum Schule-Schwänzen auf

Stuttgart. Bundesweit und in zahlreichen anderen Ländern sind am Freitag Zigtausende auf die Straßen gegangen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. In Freiburg testete Fridays For Future dabei eine neue Form des Protests.

Den Protesttag starteten die Aktivistinnen und Aktivisten dort mit dem "Schulsturm" auf etwa ein Dutzend Schulen. In kleinen Gruppen störten sie mit Megafon-Durchsagen und lauter Musik den Unterricht, um die Schülerinnen und Schüler dazu zu motivieren, sich der Demonstration in der Innenstadt anzuschließen. Man habe bemerkt, dass immer weniger Schülerinnen und Schüler bei den Aktionen dabei seien, sagte Pressesprecherin Elisabeth Gehrmann. Deshalb wollten sie die Grundidee von Fridays For Future, das Schule-Schwänzen, neu aufgreifen. Lehrkräfte hätten gemischt auf die Aktion reagiert. Nach Angaben der Polizei nahmen in Freiburg 8000 Menschen an dem Demonstrationszug um die Innenstadt teil. Neben Fridays For Future waren unterschiedliche Initiativen wie Greenpeace, BUND und "Omas gegen rechts" dabei.

Luisa Neubauer
Politik

Fridays for Future will 100-Milliarden-Sondervermögen

Auch in anderen Städten im Südwesten wie Ulm, Karlsruhe und Stuttgart gingen zahlreiche Leute für den Klimaschutz auf die Straße. In Karlsruhe fiel der Protest mit rund 2650 Teilnehmern etwas größer aus als erwartet, in Konstanz demonstrierten nach Angaben der Veranstalter rund 1000 Menschen.

Deutschlandweit waren Proteste in mehr als 250 Städten geplant. Unter dem Motto #PeopleNotProfit ("Menschen statt Profit") demonstrierten die Teilnehmenden unter anderem für den Ausstieg aus Kohle, Gas, Öl und Atomkraft sowie für eine Verkehrswende. Unterstützt wurde der Aufruf von vielen Natur- und Umweltschutzverbänden. Auch in vielen anderen Ländern gingen Menschen auf die Straße. Es war der elfte Aufruf der Organisation seit ihrer Gründung im Jahr 2018 zu einem globalen Protest.

Die Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer rief bei der Kundgebung in Berlin:

"Wer denkt, dass es keinen Ausweg gibt, dem bleibt nur Verzweiflung. Wer weiß, dass es anders geht, der kann loslegen und handeln. Wir haben das Wissen, also legen wir los."

Die Klimaschützer fordern ein Ende der fossilen Energien und den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien sowie eine "konsequente Verkehrswende". Nötig seien 100 Milliarden Euro für "sozialen Klimaschutz" und das Neun-Euro-Ticket "für immer".