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NSU-Prozess

20.04.2015

Gab es eine rechtsextreme «Neoschutzstaffel» im Raum Heilbronn?

Stuttgart (dpa/lsw) - Der NSU-Untersuchungsausschuss geht am Montag (9.30 Uhr) Hinweisen auf eine rechtsextreme «Neoschutzstaffel» (NSS) im Raum Heilbronn nach. Der frühere Neonazi Florian H. hatte den Ermittlern von so einer Vereinigung berichtet und einen Mann mit Spitznamen «Matze» als Mitglied benannt.

Florian H., der erklärt hatte, er kenne die Mörder der Polizistin Michèle Kiesewetter, starb im Herbst 2013 in einem brennenden Auto in Stuttgart. «Matze» konnte erst kürzlich von den Ermittlern identifiziert werden. Er und sein Vater sollen nun als Zeugen vor dem Landtagsgremium aussagen.

Dem «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) werden neun Morde an Migranten und die Ermordung Kiesewetters 2007 in Heilbronn vorgeworfen. Der Landtagsausschuss arbeitet die Bezüge des NSU nach Baden-Württemberg und mögliches Behördenversagen im Südwesten auf.