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Fans des VfB Stuttgart zünden während des Spiels gegen Eintracht Frankfurt in der Mercedes-Benz Arena in Stuttgart ein Bengalisches Feuer an. Baden-Württemberg hat für die Einsätze der Beamten bei Fußballspielen in der vergangenen Saison 10,2 Millionen Euro ausgegeben © dpa
04.08.2013

Gall zu Fußball und Polizei: Grenze überschritten

Eine Woche vor Beginn der Bundesliga hat der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) erneut die Sicherheitsprobleme rund um die Stadien angesprochen. «Die Belastung der Polizei in Baden-Württemberg durch Fußballeinsätze ist immer noch zu hoch und kann auch nicht beliebig gesteigert werden», sagte der Minister.

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Immer mehr und größere Einsätze der Polizei bei Fußballspielen - wer soll das bezahlen?

Wie bisher der Bürger mit seinen Steuergeldern 4%
Der DFB und die Fußballvereine mit ihren Einnahmen 83%
Die Fans durch einen Extra-Obolus zum Eintrittsgeld 13%
Mir egal 0%
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Er fügte hinzu: «Der bislang schon gute Dialog in den Fanprojekten mit Polizei, Kommune und Vereinen muss sich weiter verbessern und so gruppendynamische Gewalt verhindern.» Sanktionen gegen Randalierer wie Stadionverbote müssten von den Vereinen konsequent umgesetzt werden.

Gall verwies auf die Polizeiarbeit in der vergangenen Saison. Der Einsatz der Beamten bei Fußballspielen habe das Land 10,2 Millionen Euro gekostet. In dieser Rechnung sind nach Angaben des Innenministeriums pauschalierte Personalkosten, Raum- und Ausstattungskosten sowie Verwaltungsaufwand enthalten. Dabei schlagen die ersten fünf Ligen in Baden-Württemberg mit 7,87 Millionen Euro und Sonderspiele mit 2,34 Millionen Euro zu Buche. Die Beamten waren 202 505 Stunden im Einsatz. Das entspricht der Jahresarbeitsleistung von 119 Beamten.

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Im März dieses Jahres hatten Fußballfans von Waldhof Mannheim und dem Karlsruher SC mit Ausschreitungen für Schlagzeilen gesorgt. Damals versuchten 1250 Polizisten, Zusammenstöße zwischen den rivalisierenden Fans zu verhindern. Der Einsatz, bei dem zwei Beamte verletzt wurden, hatte rund drei Millionen Euro gekostet.

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Beim Spiel gegen Mannheim hatte es immer wieder Probleme durch Pyrotechnik gegeben.

Nach Angaben des Ministeriums ist der vom früheren Innenminister Heribert Rech (CDU) ins Gespräch gebrachte «Sicherheits-Euro» kein Thema mehr. Er sei in der Innenministerkonferenz auch nicht durchsetzbar. Dieser Aufschlag auf den Eintritt bei Fußballspielen sollte in die Schulung, in bessere Ausrüstung von Ordnungsdiensten sowie in bauliche Veränderungen fließen.

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