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Vorbereitungen für die Landesgartenschau © dpa
06.06.2013

Gartenschau als Quantensprung für Stadtentwicklung

Die Mühlen mahlen im Alltag nur langsam, wenn es für Kommunen darum geht, ihre Stadt herauszuputzen und dafür Zuschüsse und Genehmigungen zu bekommen. Anders ist es, wenn Landesgartenschau ansteht.

Bildergalerie: Vorbereitungen für die Landesgartenschau

Landesgartenschauen bieten aus Expertensicht eine enorme Chance für städtebauliche Veränderungen. «Sie sind für die Städte ganz wesentliche Vehikel, um die Stadtentwicklung voranzutreiben und die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern», sagte Städtetags-Geschäftsführer Stefan Gläser im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Die positiven Veränderungen seien ablesbar in allen Städten, in denen Landesgartenschauen stattfanden, sagte Gläser. Die nächste Landesgartenschau findet 2014 in Schwäbisch Gmünd statt. Gartenschauen seien ein Hebel dafür, alles, was an baulichen, planerischen, verkehrlichen und sonstigen Investitionen vorgesehen sei, zu fokussieren auf diesen Zeitpunkt. «Die Stadt kann mit einem geballten Kraftakt diese Projekte in Summe realisieren, und das bedeutet in aller Regel, dass die Stadtentwicklung einen Quantensprung macht», sagte der einst langjährige Oberbürgermeister von Wertheim (Main-Tauber-Kreis). Für eine Landesgartenschau fließt Geld vom Land, aber auch von der EU. Anders sei es, außerhalb der Landesgartenschau. «Da ringen sie dann mit den Landes- und Bundesbehörden und mit den eigenen Einrichtungen um jedes einzelne Projekt.» «Das ist eine wunderbare Erfindung», sagte Gläser über Gartenschauen. «Das ist auch ein ganz wichtiges Erlebnis für die Bürger, wie sich ihre Stadt ganz konzentriert auf den Weg macht, die Gesamtsituation zu verbessern.» Als Beispiele nannte Gläser Villingen-Schwenningen, Heidenheim und Nagold. Für die Landesgartenschau im kommenden Jahr putzt sich gerade Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) massiv heraus. Neben der Möglichkeit, die Stadtentwicklung voranzutreiben, würden die Städte über die Gartenschauen auch sehr attraktiv für Besucher. Die Städte müssten aber viel eigenes Geld in die Hand nehmen, was meist ohne zusätzliche Kreditaufnahmen nicht möglich sei, sagte Gläser. Das rufe auch immer wieder Bürger auf den Plan. In Überlingen am Bodensee gab es Ende April einen Bürgerentscheid. Kritiker befürchteten hohe Kosten, Verkehrschaos und Tourismusmassen. Doch die Mehrheit will die Landesgartenschau 2020. «Ich denke, dass der engagierte Bürger bereit ist, eine Belastung über einen begrenzten Zeitraum hinzunehmen, weil er dann sieht, wie positiv sich seine Stadt dabei entwickelt», sagte Gläser.