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Gefährliche Kreisverkehre sollen entschärft werden.
Gefährliche Kreisverkehre sollen entschärft werden. © DPA
25.12.2011

Gefährliche Kreisel sollen entschärft werden

Stuttgart. Die Kreisel in Baden-Württemberg sollen sicherer werden. Bäume, große Steine und spitze Gegenstände oder Kunstwerke darf es künftig auf den Verkehrsinseln außerhalb von Ortschaften nicht mehr geben. Laut einem Erlass des Landesverkehrsministeriums sind «grundsätzliche keine starren Hindernisse» mehr erlaubt. Grund dafür seien zahlreiche schwere Unfälle in Kreisverkehren.

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Sind die Kreisverkehre in der Region gefährlich?

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Nein. 72%
Weiß nicht. 3%
Stimmen gesamt 570
Insgesamt untersuchte das Ministerium im Südwesten 386 Anlagen für den Kreisverkehr außerhalb von Ortschaften. Bei 54 Kreiseln ergab sich ein hohes Gefährdungspotenzial, 83 wurden wegen «wenig nachgiebigen Hindernissen» mit einem mittleren Risiko eingestuft und 98 wegen «vereinzelter Hindernisse» mit einem geringen Risiko. Bei 151 war keine Gefährdung erkennbar.

«Die Regierungspräsidien und Landratsämter müssen sich die Kreisel nun einzeln vor Ort ansehen und das weitere Vorgehen vorgeben«, sagte Ministeriumssprecherin Julia Pieper. Eine Umgestaltung sollte dann bald erfolgen. Für die innerörtlichen Kreisel seien in der Regel die Kommunen verantwortlich; auch hier empfehle das Land, die Verkehrssicherheit zu überprüfen.

Der Auto Club Europa (ACE) begrüßte den Vorstoß und forderte schnelles Handeln. Das Ministerium müsse öffentlich machen, «welche Kreisverkehre sich als besonders unfallträchtig erwiesen haben», sagte der ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner der Nachrichtenagentur dpa. «Gegebenenfalls müssen hier Vorkehrungen im Interesse der Verkehrssicherheit getroffen werden, noch bevor die fraglichen Kreisel nachhaltig entschärft werden können.»

Ein Gefahrenherd seien vor allem Kreisverkehre, die ohne stärkeres Abbremsen überfahren werden können, sagte Hillgärtner in Stuttgart. «Wenn bei der Einrichtung von Kreisverkehren die Vorteile der Verkehrssicherheit überlagert werden von zweifelhafter Straßenkunst, dann können sich die ursprünglich erhofften Effekte in punkto Unfallverhütung in ihr Gegenteil verkehren. Hohe Einfassungen aus Beton etwa oder massive Skulpturen aus Metall und Pyramiden aus Stein gehören nicht in einen Kreisverkehr.»

Der ACE-Sprecher erinnerte an eine Grundregel von Fahrschulen: «Man steuert dorthin, wo man hinschaut.» Daher sei es unverständlich, «dass sich außerhalb geschlossener Ortschaften Werbetafeln von Amts wegen nicht in direkter Sichtnähe der Fahrbahn befinden dürfen, gleichzeitig aber ein baulich aufgemotzter Kreisverkehr erlaubt ist, der dadurch selbst zum ablenkenden Blickfang gerät. Derartige Kreisverkehre entwickeln unter Umständen magnetische Kräfte, denen sich manche Autofahrer nicht mehr entziehen können und deshalb einen Unfall bauen.» dpa

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