760_0900_101338_99100599.jpg
Symbolbild: dpa

Gefängnisstrafe wegen Mordversuchs mit Armbrust

Memmingen. Weil er mit einer Armbrust versucht hat, den neuen Partner seiner Ex-Freundin zu ermorden, ist ein Mann zu sieben Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Wie das Landgericht Memmingen mitteilte, ist die Kammer damit der Argumentation der Staatsanwaltschaft gefolgt, die dem Angeklagten vorwarf, die Tat kaltblütig geplant zu haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der 43-jährige Italiener hatte im September 2018 die Wohnung seiner Ex-Freundin in Pfaffenhofen an der Roth (Landkreis Neu-Ulm) aufgesucht. Dort traf er auf ihren neuen Partner, der am Fenster stand und rauchte. Nach einem Wortwechsel schoss der Angeklagte aus einer Distanz von etwa einem Meter einen 16 Zentimeter langen Leichtmetallbolzen in die Brust des 29-Jährigen. Der Pfeil blieb knapp über dem Herzen an einer Rippe des Opfers stecken und durchtrennte einen Brustmuskel.

Laut Staatsanwaltschaft plante der Schütze die Tat, um so seine Ex-Freundin zurückzugewinnen. Der Angeklagte bestritt aber, aus Eifersucht gehandelt zu haben. Seiner Aussage nach sei ein Streit eskaliert, woraufhin es zu der Attacke kam. Während des Prozesses entschuldigte er sich beim Opfer. Der Verteidiger plädierte für eine Haftstrafe unter fünf Jahren.

Die Staatsanwaltschaft hielt acht Jahre und vier Monate für angemessen, da der Angeklagte aus Heimtücke und niederen Beweggründe gehandelt habe. Das Opfer sei laut Staatsanwalt völlig wehrlos gewesen. Vor Gericht gab der Geschädigte an, seit der Tat unter Depressionen zu leiden. Auch die Beziehung sei kurz danach in die Brüche gegangen.