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FSME kann von Zecken übertragen werden.
FSME kann von Zecken übertragen werden. © dpa
19.01.2014

Gefahr durch Zecken: Zahl der FSME-Fälle mehr als verdoppelt

Freiburg (dpa/lsw) - An der von Zecken übertragenen Infektionskrankheit FSME sind im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg deutlich mehr Menschen erkrankt als im Jahr zuvor. Die Zahl der Fälle habe sich 2013 mehr als verdoppelt, teilte die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) am Sonntag in Freiburg mit.

Mit landesweit 168 Patienten habe es 96 Betroffene mehr gegeben als 2012. Baden-Württemberg sei damit nach Bayern das Bundesland mit den meisten Erkrankungen. Dies zeigten die vom Robert Koch Institut (RKI) erhobenen Daten. Wegen des milden Winters seien die ersten Zecken bereits aktiv.

Die Krankenkasse rief dazu auf, sich impfen zu lassen. Jetzt, rechtzeitig vor dem Frühsommer, sei der richtige Zeitpunkt dafür. Der Grund: Zwischen den insgesamt drei Impfterminen muss Zeit vergehen. Nötig sei zudem eine höhere Sensibilität für die Gefahr. Eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung 2012 habe ergeben, dass nicht einmal jeder dritte Baden-Württemberger vollständig gegen FSME geimpft sei.

«Der deutliche Anstieg der Fallzahlen zeigt, dass für bestimmte Personengruppen eine Impfung weiterhin sinnvoll ist», sagte TK-Landeschef Andreas Vogt. «Jeder, der sich viel in der Natur aufhält, auch wenn es nur im Garten oder Park ist, sollte vorsorgen.» Die Impfung sollte alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Übertragen wird die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Zeckenbisse. Sie äußert sich zum Teil durch Hirnhautentzündungen. Baden-Württemberg ist fast flächendeckend betroffen. Es zählen den Angaben zufolge 43 der insgesamt 44 Stadt- und Landkreise zu den Risikogebieten. Lediglich der Stadtkreis Heilbronn gehört nicht dazu.

Auch bundesweit habe sich die Zahl der Fälle 2013 mehr als verdoppelt, hieß es. Es wurden demnach 411 Erkrankungen gezählt. Im Jahr zuvor waren es noch 195 gewesen.