nach oben
Weil er sich im Internet als Sexsklavin ausgegeben und interessierte Männer überfallen hat, muss ein 23-Jähriger für mehrere Jahre in Haft. Symbolbild: dpa
Weil er sich im Internet als Sexsklavin ausgegeben und interessierte Männer überfallen hat, muss ein 23-Jähriger für mehrere Jahre in Haft. Symbolbild: dpa
01.07.2016

Gefügige Sex-Sklavin entpuppt sich als gerissener Räuber

Mannheim. Weil er sich im Internet als Sexsklavin ausgegeben und interessierte Männer überfallen hat, muss ein 23-Jähriger für mehrere Jahre in Haft. Das Landgericht Mannheim verurteilte ihn am Freitag wegen schwerer räuberischer Erpressung zu fünf Jahren und vier Monaten. „Für den Angeklagten hat gesprochen, dass er ein umfassendes Geständnis abgelegt hat. Gegen ihn die erheblichen und einschlägigen Vorstrafen“, sagte die Vorsitzende Richterin Bettina Krenz zur Urteilsbegründung.

Der Angeklagte hatte eingeräumt, sich unter einem Pseudonym als devotes junges Mädchen ausgegeben und sexuelle Dienstleistungen angeboten zu haben. Im März 2015 habe er sich mit drei Interessenten getroffen, um diese mit einer Schreckschusswaffe zu überfallen. In einem Fall habe er als angeblicher Bruder der vermeintlichen Sexsklavin die Herausgabe von Geld erzwingen können, in zwei anderen Fällen seien die Männer geflohen.Als Motiv nannte der Angeklagte hohe Schulden. „Die Taten waren so geplant, dass sie den betroffenen Männern sehr peinlich sind. Der Angeklagte hoffte, dass sie daher keine Anzeigen erstatten würden“, sagte Richterin Krenz.

Psychopharmaka genommen

Während des Prozesses stellte sich zudem heraus, dass Drogen- und Medikamentenmissbrauch sich wie ein roter Faden durch die Biografie des Angeklagten zog. So sagte er aus, er habe in den vergangenen Jahren immer wieder Amphetamine, Ecstasy und Marihuana, aber auch Psychopharmaka konsumiert. Das wurde von Sachverständigen bestätigt.

Daher muss der Mann nur acht Monate seiner Strafe im Gefängnis absitzen. Den Rest verbringt er demnach in einer forensischen Psychiatrie. Das Urteil wurde sowohl von der Staatsanwaltschaft als auch der Verteidigung akzeptiert, somit ist es rechtskräftig