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Drei Tote sind die Bilanz eines illegalen Autorennens. © Kamera24
04.11.2010

Gegen Laster geprallt: Drei Tote bei illegalem Autorennen

TUTTLINGEN. Tödliche Heimfahrt nach Schichtende: Drei Arbeitskollegen sind am Mittwochabend in der Nähe von Tuttlingen bei einem verbotenen Überholmanöver ums Leben gekommen. Ob es sich dabei um ein illegales Autorennen gehandelt hat, war am Donnerstag noch offen. «Das können wir nicht beweisen, aber auch nicht ausschließen», sagte ein Polizeisprecher. In ersten Polizeiangaben war von einem Wettrennen die Rede gewesen.

Der 38-jährige Unfallverursacher liege mit schweren Verletzungen im Krankenhaus und habe bisher nicht befragt werden können, berichtete der Sprecher. Ob die Autos mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren, werde ein Sachverständiger klären. «Die Wucht des Aufpralls lässt ahnen, dass sie ein hohes Tempo fuhren.»
Bei dem Unfall auf der Bundesstraße 311 zwischen Immendingen und Tuttlingen war ein 38-Jähriger gegen 22.45 Uhr mit seinem Wagen trotz Überholverbots und durchgezogener Mittellinie nach links ausgeschert, um am Auto seiner drei Kollegen vorbeizufahren. Als Gegenverkehr auftauchte, schaffte er es nicht rechtzeitig zurück auf die rechte Fahrbahn und stieß zunächst seitlich gegen den Wagen, in dem seine Kollegen im Alter von 37, 50 und 53 Jahren saßen. Dann krachte der Unfallverursacher in einen ersten entgegenkommenden Sattelzug. Das zweite Auto geriet durch den seitlichen Aufprall außer Kontrolle und prallte frontal gegen einen weiteren Sattelschlepper, der dem ersten folgte.
Dabei wurde das Fahrzeug der drei Männer geradezu zerfetzt. Die Feuerwehr barg die Toten aus den Wrackresten. Alle vier arbeiteten in demselben metallverarbeitenden Betrieb und waren nach Arbeitsende gemeinsam in Richtung Tuttlingen gefahren. Zwei der Unfallopfer sind nach Polizeiangaben Familienväter.
Die beiden Lastwagenfahrer im Alter von 54 und 69 Jahren kamen mit dem Schrecken davon. Der Schaden an den vier Fahrzeugen beläuft sich nach Schätzung der Polizei auf mindestens 300 000 Euro. Die B311 war rund sechs Stunden lang gesperrt.


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