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Stuttgart-21-Schlichter Geißler gegen neuen Stresstest.
Stuttgart-21-Schlichter Geißler gegen neuen Stresstest © dpa
29.07.2011

Gegner bei Stresstest einbinden: Geißler rügt Bahn

STUTTGART. Der Stuttgart-21-Schlichter Heiner Geißler hat die Bahn gerügt, weil sie beim Stresstest für den geplanten Tiefbahnhof die Gegner unzureichend eingebunden habe. «Ich stehe in dieser Frage völlig hinter der Kritik», sagte Geißler am Freitag im Stuttgarter Rathaus. Zuvor hatte die Sprecherin des Aktionsbündnisses, Brigitte Dahlbender, erklärt, die Bahn habe das Aktionsbündnis «systematisch ausgegrenzt», obwohl es in der Schlichtung Ende 2010 anders vereinbart worden sei.

Geißler hielt dem Aktionsbündnis aber vor, es hätte ihn rasch über die Weigerung der Bahn informieren müssen. Dahlbender forderte einen neuen Stresstest, bei dem die Gegner die Voraussetzungen mitbestimmen können. «Zurück auf Start», verlangte sie.

Bahn-Technikvorstand Volker Kefer wies die Vorwürfe als «Unterstellung» zurück. Er erinnerte daran, dass man sich in der Schlichtung auf das Schweizer Ingenieurbüro sma als Gutachter geeinigt habe. «Wir wollten einen neutralen Gutachter.» Die Gegner hätten Anfang des Jahres aber gefordert, einen weiteren, eigenen Gutachter benennen zu dürfen. Es könne nicht die Rede davon sein, dass die Bahn dem Bündnis keine Informationen gegeben habe.

Aus Sicht der Gegner ist der bestehende Stuttgarter Kopfbahnhof leistungsfähiger und kundenfreundlicher als die geplante unterirdische Durchgangsstation. Der bestehende Bahnhof sei der zweitpünktlichste Deutschlands und habe noch ungenutzte Kapazitäten, sagte der Sprecher des Gegnerbündnisses, Hannes Rockenbauch.

Der Stuttgart-21-Schlichter Heiner Geißler ist gegen den von den Gegnern geforderten neuen Stresstest. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann  hatte am Donnerstag eine neue Simulation ins Spiel gebracht. Geißler sagte jedoch am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin»: «In dem Verfahren kann man keinen neuen Stresstest verlangen.»