nach oben
Geiselnahme in Karlsruhe: Fünf Tote nach Blutbad © dpa
05.07.2012

Geiselnahme in Karlsruhe: Opfer werden obduziert

Karlsruhe (dpa/lsw) - Einen Tag nach dem Geiseldrama mit fünf Toten in Karlsruhe gehen die Ermittlungen der Polizei weiter. Von einer Auswertung der Spuren am Tatort erhoffen sich die Beamten Aufschluss zur Herkunft der Waffen des Täters und Antworten auf die Fragen, warum und wann er seine Freundin getötet hat. «Denkbar ist, dass er vor den Scherben seines Lebens gestanden ist», sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Bildergalerie: Blutige Geiselnahme: Szenen vom Tatort in Karlsruhe

Zu den möglichen Hintergründen der Tat sollen jetzt Familie und Bekannte intensiv befragt werden. Die Polizei geht zudem Zeugenaussagen nach, wonach schon am Vorabend Schüsse in der Wohnung gefallen sein sollen. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau schon vor der Geiselnahme tot war. Klarheit soll eine Obduktion am  Donnerstag in Heidelberg bringen.

Die Fahnder wollen mit Hilfe der deutsch-französischen Polizeistelle in Kehl zudem herausfinden, woher der Täter die Waffen hatte. Der Geiselnehmer hatte die französische Staatsbürgerschaft. Er hatte ein Schrotgewehr, ein Gewehr mit langem Magazin, zwei Pistolen und eine Übungshandgranate.

In der Stadt herrscht derweil Fassungslosigkeit und Trauer über den Tod von fünf Menschen. Der 53-Jährige hatte bei einer Zwangsräumung den Gerichtsvollzieher, einen Mitarbeiter des Schlüsseldienstes und den neuen Wohnungseigentümer erschossen. Seine Freundin wurde mit einem Brustschuss tot im Bett gefunden. Am Ende erschoss sich der Täter selbst. Die Ermittler gehen davon aus, dass der arbeitslose Mann die Geiselnahme und die Ermordung seiner Opfer von Anfang an geplant hatte.

Leserkommentare (0)