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Heiner Geißler hält ein Scheitern des hochumstrittenen Bahnprtojektes Stuttgart 21 noch immer für möglich. Foto: dpa
Heiner Geißler hält ein Scheitern des hochumstrittenen Bahnprtojektes Stuttgart 21 noch immer für möglich. Foto: dpa
06.07.2011

Geißler: Scheitern von Stuttgart 21 doch noch möglich

STUTTGART. Stuttgart-21-Schlichter Heiner Geißler Heiner Geißler hält es doch noch für möglich, dass der Tiefbahnhof nicht gebaut wird. Er relativierte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa seine Aussage vom Montagabend, als er in einer Diskussion erklärt hatte, der Bahnhof werde sowieso gebaut.  

«Das ist eine persönliche Einschätzung aufgrund des jetzigen Diskussionsstandes. Das kann sich aber jederzeit ändern», sagte der frühere CDU-Generalsekretär am Mittwoch. «Das hängt vom Ausgang des Stresstests und von den möglicherweise noch ausstehenden Finanzierungsproblemen ab.» Seine Aussage am Montagabend sei in einer «etwas turbulenten Diskussion» an der Universität Tübingen gefallen.

 

Geißler geht derzeit davon aus, dass der Termin 14. Juli für die öffentliche Vorstellung des Stresstests für den Bahnhof wohl nicht zu halten ist. Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 verlangt bis zu drei Wochen Zeit, um die Ergebnisse zu prüfen. «Angesichts der Forderungen des Aktionsbündnisses ist dieser Termin eher fraglich.»

 

An diesem Donnerstag sollen die Gegner des 4,1 Milliarden Euro teuren Bahnvorhabens zunächst weitere Informationen von der Bahn und der Schweizer Verkehrsberatungsfirma sma erhalten. Dabei gehe es darum, welche Prämissen zum Beispiel bei den Haltezeiten die Bahn dem Stresstest zugrunde gelegt hat.

 

Der Schlichter sieht ähnlich wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in einem Aufschub des Termins kein Problem für die Bahn. «Ich glaube, dass wegen einer möglichen Verschiebung dieses Termins der Bahn kein nennenswerter materieller oder rechtlicher Schaden entsteht.»

 

Die Bahn besteht bisher auf dem Termin, weil am 15. Juli die Vergabefrist für den Filder-Tunnel und einen weiteren Tunnel im Wert von 750 Millionen Euro ablaufe. «Ich glaube nicht, dass aus diesen Gründen der 14. Juli unbedingt gehalten werden muss», sagte Geißler.