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Ministerpräsident Winfried Kretschmann empfing im Staatsministerium in Stuttgart die Yezidin Nadia Murad (Mitte) und die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, die Murad juristisch vertritt. Foto: dpa
Ministerpräsident Winfried Kretschmann empfing im Staatsministerium in Stuttgart die Yezidin Nadia Murad (Mitte) und die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, die Murad juristisch vertritt. Foto: dpa
12.09.2016

Gemeinsamer Kampf für das Schicksal der Yezidinnen

Die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney wirbt um internationale Aufmerksamkeit für das Schicksal der Yezidinnen, die im Irak von der Terrormiliz IS missbraucht werden. Die Ehefrau von Hollywoodstar Georg Clooney bezifferte die Zahl der Frauen und Mädchen, die sich noch in den Fängen des IS befinden, gestern in Stuttgart auf rund 3200.

Clooney traf dort Nadia Murad, deren Anwältin sie ist. Die 23-jährige Murad war selbst drei Monate lang in der Gewalt der Terrormiliz und konnte dann fliehen. Später gelangte sie mit einem Sonderprogramm für missbrauchte Frauen und Kinder aus dem Nordirak nach Baden-Württemberg, wo sie heute lebt. Insgesamt bietet das Bundesland rund 1000 Yezidinnen Schutz.

Murad wird laut Staatsministeriums am Freitag von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zur Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen für Opfer des Menschenhandels ernannt. Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) will die junge Frau nach New York begleiten.

Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) betonte: „Es ist sehr beeindruckend, was Frau Murad leistet, um die Verbrechen des sogenannten Islamischen Staates weltweit anzuprangern und Frauen und Kinder besser zu schützen.“ Der Regierungschef sagte Murad Unterstützung zu. „Wir sind dankbar, dass Frau Clooney Frau Murad als Beraterin zur Seite steht. Sie trägt mit ihrem Ansehen und ihrer Bekanntheit dazu bei, dass die Verbrechen auch tatsächlich geahndet werden.“