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Der baden-württembergische CDU-Generalsekretär, Thomas Strobl (rechts), soll Nachfolger von CDU-Landeschef Stefan Mappus werden.
Der baden-württembergische CDU-Generalsekretär, Thomas Strobl (rechts), soll Nachfolger von CDU-Landeschef Stefan Mappus werden. © dpa
21.04.2011

Generalssekretär Strobl soll neuer CDU-Landeschef werden

SINDELFINGEN. Baden-Württembergs Generalsekretär Thomas Strobl (CDU) soll Nachfolger von CDU-Landeschef Stefan Mappus werden. Der 51-jährige Bundestagsabgeordnete aus Heilbronn erklärte am frühen Donnerstagmorgen in Sindelfingen, er wolle mit Fraktionschef Peter Hauk eine Doppelspitze bilden. „Wir treten als Doppelpack an.“ Zuvor hatte sich Strobl bei der Konferenz der Orts- und Kreisvorsitzenden teilweise heftige Kritik anhören müssen. Einige Mitglieder forderten ihn sogar zum Rücktritt auf, weil er als Generalsekretär die historische Wahlniederlage mitzuverantworten habe. Fraktionschef Hauk sagte überraschend: „Wenn Thomas Strobl antritt, trete ich nicht an.“ Als Grund nannte er die „höchstmögliche Geschlossenheit“, die die CDU auch in der Opposition brauche. Es sei sinnvoll, wenn ein Bundespolitiker wie Strobl den Parteivorsitz übernehme. „Wir regieren zwar nicht mehr in Baden-Württemberg, aber in Berlin.“ Als Chef der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Bundestag sei Strobl ein gutes Verbindungsglied. Der Generalsekretär soll noch vor der Sommerpause auf einem Parteitag zum Vorsitzenden gewählt werden, erklärte Mappus. Der Kandidat werde sich aber vorher noch bei vier Regionalkonferenzen vorstellen. Der scheidende Ministerpräsident erklärte, er gehe aber davon aus, dass es keine weiteren Bewerber geben werde.

Strobl räumte ein, dass Parteimitglieder ihm die Mitverantwortung an dem Wahldebakel gegeben haben. „Natürlich gibt es nach so einem Wahlausgang Kritik.“ Man dürfe sowieso nicht die ganze Schuld beim Landesvorsitzenden Mappus abladen. „Ich trage Verantwortung mit.“ Die Basis-Konferenz sei „ein gewisser Reinigungsprozess“ gewesen.

Im Zentrum des Treffens stand die Beratung der Konsequenzen aus der Niederlage am 27. März. Es gab nach Mappus Angaben 76 Wortmeldungen; die Redner mussten sich an keine Redezeit halten. Die Konferenz fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die CDU war bei der Wahl am 27. März auf 39,0 Prozent und damit auf ihr schlechtestes Ergebnis seit 55 Jahren abgestürzt. Da die bisher mitregierende FDP nach Prozenten und Mandaten mehr als halbiert wurde und mit 5,3 Prozent nur noch knapp in den Landtag kam, trugen Grüne und SPD gemeinsam den Sieg davon. Grün-Rot wird im neuen Landtag gemeinsam 71 und damit 4 Mandate mehr haben als CDU (60) und FDP (7) zusammen.