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Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger zeigt sich erleichtert über die Festnahme des Mörders des vor elf Jahren tot aufgefundenen Tobias. Foto: dpa
staatsanwalt © dpa
26.08.2011

Generalstaatsanwalt erleichtert über Festnahme im Fall Tobias

STUTTGART. Der Stuttgarter Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger ist erleichtert über die Festnahme des Mörders von Tobias D. «Einerseits muss man der Polizei für den Fahndungserfolg gratulieren», sagte der 64-Jährige im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Es zeigt aber auch die Problematik, dass wir verstärkt Straftäter im Internet suchen müssen.» Ermittler waren dem 47-jährigen Täter bei Recherchen im Bereich Kinderpornografie im Internet auf die Spur gekommen.

Der elfjährige Tobias war am 30. Oktober 2000 tot an einem Teich in Weil im Schönbuch (Kreis Böblingen) entdeckt worden. Die Festnahme bestätigt Pflieger darin, einen damals 16-jährigen Tatverdächtigen wieder laufen zu lassen, der zwei Wochen nach dem Mord festgenommen worden war. Eine Untersuchung der Speichelprobe des Jugendlichen hatte nicht mit dem gefundenen Spurenmaterial übereingestimmt. «Das zeigt, dass DNA-Spuren nicht nur zur Überführung, sondern auch zur Entlastung führen können.»

Der 64-jährige war von 1995 bis 2001 Chef der Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Anschließend wurde er zum Generalstaatsanwalt ernannt. «Das war eine der beiden Taten, die seitdem grausam und unaufgeklärt waren», sagte er. Die andere sei der Heilbronner Polizistenmord, bei dem im Jahr 2007 eine Beamtin mit einem Kopfschuss getötet wurde. Er bleibt bis heute ungeklärt. dpa